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Kommentar Scholz’ Kanzler-Ambitionen kommen zum völlig falschen Zeitpunkt

Olaf Scholz macht den zweiten Schritt vor dem ersten. Offenbar fürchtet er, im Kanzlerrennen gegenüber Annegret Kramp-Karrenbauer seinen Amtsbonus zu verlieren.
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Er will als möglicher SPD-Kanzlerkandidat 2021 vorbereitet sein. Quelle: dpa
Olaf Scholz

Er will als möglicher SPD-Kanzlerkandidat 2021 vorbereitet sein.

(Foto: dpa)

Mit seiner Ankündigung, sich das Kanzleramt zuzutrauen, hat Olaf Scholz Freund und Feind überrascht. Eigentlich waren sich alle einig: Eine Partei, die in Umfragen bei 14 Prozent liegt und in diesem Jahr in fünf Wahlkämpfen um die nackte Existenz kämpft, hat dringendere Probleme zu lösen, als eine Debatte über den Kanzlerkandidaten für eine Wahl zu führen, die regulär in zweieinhalb Jahren stattfindet.

Und doch hat Scholz seiner Partei die Personaldiskussion aufgehalst. Statt über die Pläne für die neue Sozialstaatsagenda zu diskutieren, dürfen sich die Genossen jetzt zur möglichen Kanzlerkandidatur ihres Vizekanzlers erklären. Für die Wähler draußen im Land muss das bizarr anmuten.

Die Frage ist, was den sonst jeden Trippelschritt abwägenden Scholz geritten hat. Zwar hat sein Umfeld hinter vorgehaltener Hand nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ihr Chef gern Kanzler werden würde.

Finanzressort hochgerüstet

Auch hat Scholz nicht ohne Grund sein Finanzressort in aller Schnelle zum mächtigsten Vizekanzleramt der Geschichte hochgerüstet – er will als möglicher SPD-Kanzlerkandidat 2021 vorbereitet sein. Doch macht es einen Unterschied, ob man seine Ambitionen im politischen Schattenreich hält oder sie zur Schau stellt.

Grundsätzlich ist Scholz’ Machtwille begrüßenswert. Der Dreikampf in der CDU hat gezeigt, wie gut offener Wettbewerb einer Partei tun kann. Und sicher wollte Scholz ein Zeichen an die eigene Partei senden: Die SPD darf sich nicht kleiner machen, als sie ist. Wenn eine CDU-Vorsitzende sich das Kanzleramt zutraut, muss das für einen SPD-Vizekanzler erst recht gelten.

Aber das Timing verwundert. Denn bevor die SPD über Köpfe diskutieren kann, muss sie überhaupt erst wieder einen Markenkern entwickeln. Doch offenbar fürchtet Scholz, im Kanzlerrennen gegenüber Annegret-Kramp-Karrenbauer seinen Amtsbonus zu verlieren, wenn er seine Ambitionen nicht früh herausstreicht. Sein Vorstoß wirkt daher wie die ganze SPD: ziemlich angstgetrieben.

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