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Kommentar Schulter an Schulter in Bus, Bahn und Flugzeug: Erklären Sie das mal Ihren Kindern!

Bei der Sitzordnung in öffentlichen Verkehrsmitteln fruchten Warnungen von Virologen nicht. Dabei lernen die Kleinsten, dass Abstand derzeit größte Bürgerpflicht ist.
25.05.2020 - 15:23 Uhr 1 Kommentar
Virologen raten dazu, 1,5 Meter Abstand zu halten. Quelle: dpa
U-Bahn-Passagiere

Virologen raten dazu, 1,5 Meter Abstand zu halten.

(Foto: dpa)

Der Mangel an menschlicher Nähe ist wohl eine der schmerzhaftesten Entbehrungen in der Coronakrise. Sicher, die Angst um Arbeitsplatz und Einkommen steht an erster Stelle, aber spätestens auf dem zweiten Platz folgt die soziale Distanz, die ja dank behördlicher Anordnungen und Empfehlungen zur Verhinderung von Ansteckungsketten zugleich auch körperliche Distanz bedeutet.

Das Maß der Dinge sind 150 Zentimeter, berührungsloses Begrüßen und Verabschieden und selbstredend Mundschutz. So werden wir wohl noch Monate verbringen, bis uns endlich ein geeigneter Impfstoff von der erzwungenen Distanz erlöst.

Doch so lange wollen und können wir nicht warten, das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben drängt zurück in den Normalmodus – natürlich unter Maßgabe sämtlicher Vorsichts- und eben Distanzierungsmaßnahmen.

Wem das nicht ausreicht, dem sei die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel empfohlen. Dort ist distanziertes Kuscheln sogar eingeplant, staatlich abgesegnet und mit wieder steigendem Reisebedürfnis garantiert.

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    Sicher: Beim Einsteigen gilt selbstredend die 150-Zentimeter-Regel. Da hat die Corona-Pandemie sogar ihre guten Seiten. Vorbei die Zeiten der Drängler, die nicht schnell genug auf ihren ohnehin reservierten Platz können. Auch Schubser und Vorbeidrücker haben keine Chance mehr. Freie Sitzplätze gehören jetzt denen, die sich artig und vor allem zeitig angestellt haben.

    Beim Boarding empfangen uns freundliche Crews in Bahn, Bus und Flieger mit einem Desinfektionsspritzer, das frisch abgewischte (und hoffentlich) virenfreie Klapptischchen wartet auf den Laptop.

    Nur bei der Sitzordnung haben offenbar sämtliche Warnungen der Virologen nicht gefruchtet. Schulter an Schulter dürfen sich Reisende in die Sitze quetschen. Die Distanz schrumpft auf gefühlte Zeitungsstärke.

    Aber das muss so sein, bekommen wir erklärt. Kein Flieger, kein Zug und kein Bus könne mit halber Auslastung wirtschaftlich fahren. Heißt es.

    Das erklären Sie bitte mal Ihren Kindern. Selbst die Kleinsten lernen, dass Abstand gerade erste Bürgerpflicht ist. Einschulungsfeier zum angeblich wichtigsten Tag im Leben in der stimmungsgeladenen Aula war gestern. Auf Pausenhöfen erinnern rote Abstandspunkte an die permanent einzuhaltende Corona-Distanz. Selbst Abschreiben geht nicht mehr, zwischen zwei Schülern steht ein leerer Tisch.

    Aber im Flugzeug nach Venedig, auf der Fahrt mit dem Zug an die Ostsee oder mit dem Bus zum Familienbesuch darf uns die wildfremde Nachbarin schniefend und hüstelnd auf Kuschelnähe kommen. Da wünschen wir uns einen Meter und fünfzig. Mindestens.

    Mehr: „Harter Kampf“ – Merkel lehnt Lufthansa-Auflagen aus Brüssel ab.

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Schulter an Schulter in Bus, Bahn und Flugzeug: Erklären Sie das mal Ihren Kindern!"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Tja, so ist das mit dem deutschen Staat, fällt mir immer mehr auf.

      Die zumeist staatlichen Verkehrsbetriebe brauchen Abstandsregeln nicht zu beachten. Die staatlichen Rathäuser, Landratsämter, Zulassungsstellen waren die ersten, die komplett dichtgemacht haben. Die zumeist staatlich organisierte Kinderbetreuung ist immer noch nur maximal stark eingeschränkt vorhanden. Staatliche Schulen und Universitäten ebenso. Die Anträge zur Doktorarbeit bleiben einfach mal Monate liegen, weil die Mitarbeiter die Universität zwei Monate lang nicht betreten können. Und so weiter und so fort.

      Wenn wir das in Banken und Finanzdienstleistern genauso handhaben würden: Abstandsregeln sind uns egal, wichtige Bereiche machen wir einfach zu, Kreditanträge oder Kontoauszahlungen werden für Monate einfach gestoppt und nicht mehr bearbeitet...ja dann würde uns eben jener Staat in der Form von BaFin, Ordnungsämtern, übergeordneten Behörden und wahrscheinlich auch noch öffentlich durch Minister nicht nur kritisieren, sondern gleich und heftig bestrafen. Natürlich mit Geldbußen, dass es richtig weh tut...

      Ich verstehe das schon lange nicht mehr...

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