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Kommentar Schwellenländer-Währungen sind die Verlierer der US-Politik

Die Schwellenländer leiden besonders unter den Folgen von Donald Trumps Politik. Sie hängen stark von ausländischem Kapital ab.
24.07.2018 - 21:30 Uhr Kommentieren
Währungen von Schwellenländern stehen unter Druck. Quelle: AP
Börse Istanbul

Währungen von Schwellenländern stehen unter Druck.

(Foto: AP)

Die Währungen vieler Schwellenländer stehen derzeit unter Druck, weil Investoren Kapital abziehen oder zumindest höhere Risikoprämien verlangen. Schuld daran ist zu einem nicht unbeträchtlichen Teil die Politik von US-Präsident Donald Trump, die als Kollateralschaden Länder wie Indien, Brasilien oder Indonesien trifft.

Natürlich ist Trump nicht allein schuld an Problemen der Schwellenländer. In einem Land wie der Türkei sind es sicher vor allem hausgemachte Probleme, die Investoren vielleicht zu lange unterschätzt haben. Die Türkei ist aber unter den Schwellenländern eher eine Ausnahme. Die meisten anderen Länder sind heute viel stabiler aufgestellt als vor fünf Jahren, als die Spekulationen über ein Ende der Anleihekäufe in den USA ebenfalls für Turbulenzen an den Devisenmärkten sorgten.

Einer der wichtigsten Gründe dafür, dass jetzt mehr Kapital aus den Schwellenländern in die USA fließt, sind die schneller als erwartet steigenden Leitzinsen in den USA. Sie sorgen dafür, dass mehr Kapital aus den Schwellenländern dorthin fließt. Dass die Fed die Zinsen stärker anheben will, liegt nicht zuletzt daran, dass die Trump-Regierung mitten im Wirtschaftsboom das Wachstum durch massive Steuersenkungen noch zusätzlich angefacht hat.

Hinzu kommt: Trump sorgt etwa mit seinen Äußerungen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter seit Monaten für große Unsicherheit. Mehrfach hat er via Twitter einzelnen Ländern mit Zöllen gedroht und damit Ängste vor einem eskalierenden Handelskonflikt geschürt. Kurzfristig hat zum Beispiel der mexikanische Peso mit starken Ausschlägen auf Äußerungen Trumps reagiert. Mittelfristig schadet die politische Unsicherheit aber auch vielen anderen Schwellenländern. Denn in Zeiten, in denen es große politische Risiken gibt, bringen viele Investoren ihr Kapital lieber in die USA, die als sicherer Hafen gelten.

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    Die Folgen für Schwellenländer sind beträchtlich. Vor allem kleinere Länder hängen stark von ausländischem Kapital ab: Sie werden entweder damit überflutet, oder sie werden ausgetrocknet. Ihre Notenbanken stehen zudem vor dem Dilemma, dass sie trotz größerer konjunktureller Risiken die Zinsen anheben müssen und damit eventuell das Wachstum abwürgen – oder sie nehmen einen Verfall ihrer Währung und höhere Inflation in Kauf.

    Für Trump scheinen diese Folgen seiner Politik eher nebensächlich zu sein. Letztlich hält er es mit dem früheren US-Finanzminister John Connally, der vor vier Jahrzehnten sagte: „Der Dollar ist unsere Währung, aber euer Problem.“

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