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Kommentar Seehofer versteht das Internet noch nicht

Der aktuelle Hacker-Fall zeigt eines ganz deutlich: Innenminister Horst Seehofer ist noch nicht im Digitalzeitalter angekommen.
5 Kommentare
Hacker Angriff: Horst Seehofer in der Kritik Quelle: AP
Horst Seehofer

Der Bundesinnenminister ist nicht nur verantwortlich, wenn es um Terroranschläge oder Flüchtlinge geht.

(Foto: AP)

Es gibt nur einen Grund, warum es Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) erst am Dienstag, 96 Stunden nach einer der aufsehenerregendsten Datenveröffentlichungen in der Geschichte Deutschlands, für nötig hielt, die Öffentlichkeit zu informieren. Er versteht das Internet noch nicht.

Seehofer verteidigt sich damit, dass er Ermittlungen nicht gefährden wollte. Doch am Sonntagmittag war der Täter bereits bekannt, spätestens da hätte er mit einem Hinweis darauf, dass es sich vermutlich um jemanden handelt, der nicht im Auftrag von ausländischen Mächten unterwegs war, Spekulationen Einhalt gebieten können. Dass damit Ermittlungen gefährdet worden wären, darf bezweifelt werden. Doch Seehofer entschied sich dagegen.

Es wird immer klarer, dass er den Herausforderungen, die das Amt des Bundesinnenministers in diesen Zeiten erfordert, nicht in allen Bereichen gewachsen ist. In der heutigen Zeit, in der sich Informationen rasend schnell verbreiten, gelten neue Gesetze. Da kann ein Innenminister sich nicht zurücklehnen und Spekulationen freien Lauf lassen. Er muss sofort reagieren, vor die Presse treten, einordnen. Sonst übernehmen das andere.

Das Bundeskriminalamt nahm bereits am Sonntag einen Tatverdächtigen fest. Ein Einzeltäter, der nach jetzigem Stand keine Unterstützung aus dem Ausland hatte und auch keiner politischen Gruppierung zuzuordnen ist.

Trotzdem ließ Seehofer Spekulationen bis Dienstag gedeihen. Er hielt nicht dagegen, als so getan wurde, als befänden sich wirklich kompromittierende Informationen unter den veröffentlichten Daten. Er widersprach nicht, als es hieß, dass ausländische Mächte am Werk gewesen sein könnten.

Der Bundesinnenminister ist nicht nur verantwortlich, wenn es um Terroranschläge oder Flüchtlinge geht. Er ist auch für eines der wichtigsten Themen dieser Zeit zuständig: die innere Sicherheit im Digitalzeitalter. Seehofer muss das endlich begreifen und entsprechend handeln.

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5 Kommentare zu "Kommentar: Seehofer versteht das Internet noch nicht"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @ Frau Dana Heide:
    Sie verstehen das Amt des Innenministers nicht.
    Herr Seehofer versteht sehr wohl das Internet und weiß, das einmal getätigte Aussagen IMMER im Netz verbreitet werden können.
    Es hilft also nicht irgendwelche Vermutungen von höchster amtlicher Stelle von sich zu geben und diese dann etwas später zu widerrufen.
    Ihr Kommentar zeugt nicht von guten journalistischen Fähigkeiten, sonst hätten sie anständig recherchiert.

  • Herr Baussmann, ich gebe Ihnene vollkommen Recht mit Ihrem Kommentar. Ich möchte noch hinzufügen:
    Herr Seehofer hatmit Sicherheit in der letzten Zeit viele Probleme bereitet und auch Fehler gemacht; aber bei solchen Vorkomnissen wie jetzt ist es nur vernünftig, nicht sofort die heutige Presse zu informieren, bevor man sich über eine so komplizierte Saache ausführlich bei den Fachleuten informiert hat.
    Die Presse will natürlich IMMER sofort RICHTIGE Antworten und Lösungen haben, kann aber in den meisten Fällen slbst nie hieb Vorschläge unterbreiten
    Knut Aigner

  • Mag sein, dass Seehofer das Internet nicht verstanden hat. Es kann aber auch sein das dieser Kommentar auch einfach nur Spekulation ist. Das stört micht an den Journalisten: Fragen, Fragen und nochmals Fragen zu Themen wo Sie selber auch nur oberflächlich Ahnung von haben. Fragen, Fragen und wieder Fragen die sich in den nächsten Tagen von selbst beantwortet hätten. Ist dann das Ergebnis bekannt, wird sich selten damit weiter in der Tiefe damit beschäftigt, denn dann wird nämlich schon die nächste spekulative Sau durchs Dorf getrieben....

  • Das gilt nicht nur für ihn.
    Eigentlich sollten alle Politiker, Prominente und die gesamte Medienbranche Twitter und facebook abschalten.
    Herr Habeck hat unbedingt Recht, wenn er sagt, daß Twitter zu Schnellschüssen, unüberlegten Äußerungen und wenig Reflexion verführt. Sein Beispiel sollte Schule machen.

  • Wie soll er in seinem Alter dies auch noch verstehen?
    Er ist für diese Themen völlig deplatziert.

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