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Horst Seehofer an einem Tisch mit der Bundeskanzlerin

Der Asylstreit spaltet die Schwesternparteien CDU und CSU.

(Foto: AP)

Kommentar Seehofers Strategie im Asylstreit könnte mächtig schiefgehen

Der CSU-Chef Horst Seehofer will die Bayern schützen – vor Flüchtlingen und der AfD. Doch sein Kalkül könnte nicht aufgehen.
8 Kommentare

Am Vorabend der Wahl von Frank-Walter Steinmeier zum neuen Bundespräsidenten saßen Angela Merkel und Horst Seehofer gemeinsam am Ehrentisch der Unionsdelegierten der Bundesversammlung – und ignorierten sich. Kein Wort wechselten sie, saßen zwar nebeneinander und doch Rücken an Rücken. Es sollte sich den gesamten Abend nicht ändern.

Das Gruppenbild ohne Liebe spiegelt, was nicht nur in diesem Februar 2017 galt, sondern seit dem Asylstreit bis heute gelebte Praxis ist: Zwischen CDU und CSU, besonders zwischen Merkel und Seehofer, hat der Streit um die Flüchtlingspolitik so viel Vertrauen zerstört, dass von guter Zusammenarbeit wohl nie mehr die Rede sein wird. Beide sind sich herzlich abgeneigt und arbeiten nur so weit es nötig ist professionell miteinander.

Was ist nicht alles passiert: Mit einem Gutachten wollte Seehofer dereinst die Flüchtlingspolitik in Berlin als verfassungswidrig brandmarken und mit eigenen Polizisten die bayerischen Außengrenzen nach Europa schützen.

Nun kolportieren sie im Freistaat erneut, es sei juristisch geprüft worden, dass der Bundesinnenminister die Grenzen schließen dürfe – auch gegen den Willen der Kanzlerin. Die Scharmützel könnten unterhaltsam für das politische Publikum sein, wenn der Konflikt nicht an diesem Montag auf die Spitze getrieben würde: Seehofer wollte sich von seiner Partei das Okay geben lassen, um gegen den Willen Merkels in Berlin zu regieren. Am Ende würde nicht nur eine Sitzungsunterbrechung des Bundestags stehen wie vergangenen Donnerstag, sondern das Ende der Union.

Seehofer regiert als schwarzer Scheriff

Die CSU hat recht, dass die Lösung in Europa viel zu lange auf sich warten lässt, doch könnte Seehofer selbst als Innenminister helfen, mit seinen Amtskollegen Vereinbarungen zu treffen.

Hat er dazu nicht schon Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz getroffen und gemeinsam mit Italien über eine Regelung gesprochen? Tagt nicht das bayerische Kabinett an diesem Mittwoch mit der Wiener Regierungsmannschaft? Warum da nicht Lösungen finden? Seehofer könnte mit den Griechen reden, mit den Spaniern und den Bulgaren. Er könnte helfen, endlich jene europäische Lösung zu finden, die Merkel sich wünscht.

Seehofer aber regiert als CSU-Chef in Berlin. Als „schwarzer Sheriff“ will er die bayerischen Außengrenzen schützen – gegen Flüchtlinge und gegen den Feind im Innern: die AfD. Die droht bei der Landtagswahl zweitstärkste Kraft zu werden.

Sie wäre so stark, dass die CSU die absolute Mehrheit verliert. Es wäre ein Fanal an die Volkspartei CSU und der Anfang vom Ende der Unionsfamilie. Deshalb setzt Seehofer sie schon jetzt aufs Spiel – aus Angst vor dem Tod. Sein Glück, dass er nun noch einmal zwei Wochen warten will.

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8 Kommentare zu "Kommentar: Seehofers Strategie im Asylstreit könnte mächtig schiefgehen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Über die Kommentare muss ich mich schon sehr wundern! Seehofer for President??? Wofür steht noch einmal CSU? ...Christlich? Zumal, wen bitteschön, würden Sie denn vorschlagen, kommt heute in Frage, unser Land zu führen? ... was vermutlich der schwerwiegendste Fehler von Frau Merkel ist.
    Es ist richtig und bedauerlich, dass es in Deutschland noch nie eine geordnete, sinnvolle Einwanderungsstrategie und seit Jahrzehnten keine Strukturen gab, um dies effektiv zu managen. Wie auch immer so etwas aussieht und ohne Zweifel höchst kompliziert ist. Aber es gibt durchaus auch viele positive Beispiele aus der Wirtschaft. Im Jahr 2018 sollte endlich einmal damit angefangen werden, gemeinsam mit Europa. Denn es wird definitiv nicht weggehen! .... wünsche einen heiteren Tag...

  • Wie schon sehr oft geschrieben: Deutschland ist unrettbar verloren - Sie selber sind es nicht. Hoffen Sie daher auch nicht, dass Andere für Sie handeln, sondern handeln Sie selber. Ein Kollektiv wie "Deutschland" kann auch gar nicht handeln, nur Individuen können handeln. Und wenn weder die breite Mehrheit der deutschen Individuen noch die verantwortlichen Politiker in der Lage sind, endlich eine Frau wegzujagen, die dem Land schon jetzt einen weitaus größeren Schaden zugefügt hat als der Gröfaz, dann ist diesem Volk halt nicht mehr zu helfen.
    Die Verwüstungen des Zweiten Weltkrieges konnten die Deutschen in ca. einem Jahrzehnt wieder beheben (jedenfalls die Westdeutschen), aber die gesellschaftlichen Verwüstungen, die insbesondere durch die Merkel´sche Flüchtlngspolitik entstanden sind und noch entstehen werden, werden auch noch in einem halben Jahrhundert nicht behoben sein.
    Vermutlich werden es auch dieses Mal wieder Andere für die Deutschen richten müssen: entweder die Amis, falls Trump seinen erbitterten Kampf gegen den "Deep State" gewinnt, oder vielleicht auch die Israelis: sollten nämlich in der BRD jüdische Landsleute aufgrund des explodierenden (und von den deutschen Massenmedien ausgeblendetetn) Antisemitismus (nein, nicht durch deutsche "Neo-Nazis"!!) zu Schaden kommen, ist es für Merkel definitiv vorbei.

  • Für diese Art von Journalismus möchte ich kein Geld ausgeben. Da werden unbrauchbare Etiketten vergeben (Schwarzer Sheriff), da wird gemutmasst, mit wem der Bundesinnenminister alles Verabredungen treffen könnte, obgleich Merkel dies seit über 3 Jahren nicht gelungen ist. Da bleibt nur zu vermuten, dass der Autor seine politischen parteipolitischen Präferenzen unters Volk bringen möchte. Mit einer sachlichen Bewertung des Asylthemas und der sich daraus ergebenden Optionen hat dieser Artikel wenig zu tun. Ich glaube nicht, dass so ein Artikel unter dem früheren Chefredakteur veröffentlicht worden wäre. Wenn dies der neue Stil des HB ist, wird mein Abo nicht sehr viel länger andauern.

  • Wieso ist das HB online nicht mehr in der Lage, eine eigene mediale Meinung zu vertreten.
    Fehlt der "alte" Chefredakteur? oder warum meine ich immer ich hätte
    die Springerpresse aufgeschlagen.
    Die Flüchtlingspolitik von Fr. Merkel (soweit es überhaupt Flüchtlinge waren und sind) ist doch total abgeschmiert, und dies seit mehr als 3 Jahren.
    Wer etwas anderes behauptet erzählt Märchen.

  • Nein Sabrina Dresdnerin! Wen die Union in der Umfrageum 3% zurückgeht, beweist das gar nichts oder sogar das Gegenteil Ihrer Annahme. Wer sagt Ihnen denn, dass die CSU nicht zugelegt und die CDU mehr als 3% verloren hat? Das halte ich für wesentlich wahrscheinlicher als Ihre Argumentation.

  • Was für ein Schmierentheater der Herr Seehofer mit seiner CSU mal wieder abzieht. Zumal Merkel im Kern ja ähnliche Ansichten hat und eine gemeinsame Vorgehensweise auch zu Ergebnissen führen würde. Es geht mal wieder nur um Scheinpolitik. Hauptsache Krawall. Wahlkampf soll Herr Seehofer bittschön in Bayern machen. Sinkende Umfragewerte zeigen, Wähler, die diese Art von Politik gut finden wählen lieber das Original. #AfD

  • Nein, das glaube ich nicht. Ich hoffe, er (Seehofer) bleibt hart. Ich verstehe überhaupt nicht, warum Frau Merkel die Wirklichkeit so ausblendet. Seit 3 Jahren haben wir das Flüchtlingsproblem und weder national, noch europäisch ist irgendetwas nennenswertes dazu entschieden worden. Dieses Thema bedroht so entschieden unsere Gesellschaft, daß nunmehr endlich ! und zwingend Handeln erforderlich ist.

  • Seehofers Strategie im Asylstreit koennte richtig gutgehen. Er scheint ja ja zur Zeit der einzige in der Bundesregierung zu sein, der seinem verfassungsgemäßen Auftrag nachkommt, dem Wohl der Bundesrepublik und seiner Buerger zu dienen. Waehrend die Bundeskanzlerin sich weiterhin weigert Ihren riesigen Fehler einzugestehen und sich jetzt zusammen mit dem Finanzminister daran macht auch noch unser Vermögen nach Frankreich, Italien und sonst wo zu verschenken, sind viele Buerger sehr froh, dass es wenigstens einen gibt, der auch eine eigene Meinung vertritt. Eine bundesweite CSU wuerde die AFD schnell auf das Niveau schrumpfen lassen, welches Deutschland gut tun würde. Und zudem Grebe es wieder klare Mehrheitsverhältnisse. Man kann nur hoffen, dass diese schlechteste Regierung seit Bestehen der Bundesrepublik so schnell wie moeglich stürzt. Und das geht am schnellsten wenn die CDU versteht, dass Seehofer Recht hat.