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Kommentar Siemens-Chef Joe Kaeser macht in der Klimadebatte gerade alles falsch

Der Manager bezeichnet die Debatte um ein Kohleprojekt in Australien als „grotesk“. Damit macht er dieselben Fehler wie RWE beim Hambacher Forst.
05.02.2020 - 15:17 Uhr 1 Kommentar
Der Konzern hat sich unter dem Druck der Ökoaktivisten in eine Ecke drängen lassen, aus der er nur schwer wieder rauskommt. Quelle: Bloomberg
Proteste vor der Siemens-Hauptversammlung

Der Konzern hat sich unter dem Druck der Ökoaktivisten in eine Ecke drängen lassen, aus der er nur schwer wieder rauskommt.

(Foto: Bloomberg)

Wer am Mittwoch auf der Hauptversammlung des Industriekonzerns Siemens war, hätte fast glauben können, er wäre in Essen gelandet, nicht in München. Die Szenen, die sich vor der Olympiahalle der bayerischen Landeshauptstadt abspielten, wirkten eher wie das jährliche Stelldichein der Umwelt- und Klimaverbände beim Kohlekonzern RWE. In diesen Tagen haben RWE-Chef Rolf Martin Schmitz und Siemens-CEO Joe Kaeser allerdings tatsächlich wohl so einiges gemeinsam.

Beide haben sich unter dem Druck der Ökoaktivisten in eine Ecke drängen lassen, aus der sie nur schwer wieder rauskommen. Kaeser bezeichnet nach dem fehlgeschlagenen Gesprächsversuch mit der Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer nun die Debatte um den Auftrag für ein Kohleprojekt in Australien gar als „fast grotesk“.

Schließlich liefere man lediglich „Teile für einen sicheren Zugverkehr, der für die Inbetriebnahme der umstrittenen Mine irrelevant ist“, sagte Kaeser am Mittwoch. Er bekräftigte zwar, dass der Konzern den Auftrag im Nachhinein lieber nicht angenommen hätte. Ändern könne er das nun aber nicht.

Das mag stimmen – schließlich könnten auf Siemens hohe Schadensersatzzahlungen zukommen. Aber das rechtfertigt nicht den Umgang mit dem Thema in der Öffentlichkeit.

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    Erst will Kaeser von nichts gewusst haben, dann versucht er, eine junge Aktivistin mit einem Posten zu beschwichtigen. Und schließlich sagt er, dass er den Auftrag ablehnen würde, wenn er könnte, findet aber die Debatte darüber gleichzeitig völlig überzogen.

    Eine klare Botschaft sieht anders aus. Stattdessen hätte Kaeser zum Beispiel für die Zukunft weitere Beteiligungen an neu geplanten Kohlekraftwerken ausschließen können. Das wäre zumindest ein deutlicher Schritt gewesen.

    Schade eigentlich, denn Kaeser hätte sich doch gerade von dem Desaster bei RWE rund um den Hambacher Forst einiges abgucken können. Nämlich, wie man es nicht macht.

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Siemens-Chef Joe Kaeser macht in der Klimadebatte gerade alles falsch"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Herr Kaeser sollte sich besser klar und unmissverständlich positionieren, dass wir noch auf dieser Welt über Jahrzehnte auf Kohlestrom angewiesen sein werden. Alle Leute, die Gegenteiliges wünschen, erkennen nicht die Realitäten für Staaten und Kontinente wie China, Indien oder Afrika. Mir fehlt bei vielen Entscheidungsträgern und Meinungsmachern in diesem Land, das Rückgrat, diese Fakten einfach mal anzuerkennen und offen auszusprechen. Anstatt dessen Rumreden ohne klare Positionierung.

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