Kommentar Siemens muss noch kräftig zulegen, um Atellica zum Erfolg zu führen

Vorerst hat Siemens seine Ziele für sein Labordiagnostiksystem erreicht. Aber die eigentlichen Herausforderungen liegen noch vor dem Unternehmen.
Kommentieren
Das Unternehmen  muss sich gegen Wettbewerber wie Abbott und Roche durchsetzen. Quelle: dpa
Firmenzentrale von Siemens Healthineers

Das Unternehmen muss sich gegen Wettbewerber wie Abbott und Roche durchsetzen.

(Foto: dpa)

Als promovierter Physiker kann sich Siemens-Healthineers-Chef Bernd Montag für technische Details begeistern. Bei dem neuen Labordiagnostiksystem Atellica etwa lobt er, dass das Siemens-System als einziges auf dem Markt eine Vorfahrtsstraße für die Analyse der Proteinstrukturen eingerichtet hat, mit der ein Herzinfarkt diagnostiziert werden kann.

Das Ergebnis dieses sogenannten Troponintests liefert das Atellica-Gerät binnen acht Minuten, während die üblichen Verfahren 30 Minuten brauchen. 22 Minuten Zeitgewinn also, der vielleicht über Leben und Tod entscheidet.

Das klingt wie ein schlagendes Kaufargument für das neue Siemens-System. Tatsächlich aber machen professionelle Laborbetreiber ihre Entscheidung für ein neues teures System nicht von einem einzelnen Test, sondern von vielen Faktoren abhängig.

Da geht es oft um Gewohnheit. Oder darum, wie viele und wie flexibel die Automaten Proben von Blut oder Urin untersuchen können. Und nicht zuletzt um das attraktivste und auch kostengünstige Angebot, mit dem die Labore die nächsten fünf bis sieben Jahren planen können. Denn 90 Prozent des in der Regel millionenschweren Pakets, das ein Diagnostikanbieter wie Siemens mit seinen Kunden schnürt, entfallen auf die Reagenzien, nur zehn Prozent auf die Anschaffung des Systems.

Vorerst hat Siemens seine Ziele für Atellica schon mal erreicht. Das Unternehmen wollte bis zu 1 000 Systeme weltweit installieren, 999 waren es per Ende September. Aber die eigentliche Herausforderung liegt noch vor dem Unternehmen, das jetzt erstmals als börsennotierte Aktiengesellschaft sein Jahresergebnis präsentierte: Bis 2020 sollen es 7 000 Systeme werden.

Dabei muss sich Siemens gegen Wettbewerber wie Abbott und Roche durchsetzen, die schon jetzt doppelt und dreimal so groß im Diagnostikgeschäft sind, doppelt so schnell wachsen und ebenfalls neue Angebote im Markt haben. Um das Ziel zu erreichen, müsste Healthineers also noch kräftig zulegen.

Startseite

Mehr zu: Kommentar - Siemens muss noch kräftig zulegen, um Atellica zum Erfolg zu führen

0 Kommentare zu "Kommentar: Siemens muss noch kräftig zulegen, um Atellica zum Erfolg zu führen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%