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Kommentar Silber und Gold: Anleger sollten auf Preis-Ausreißer achten

Die Preisunterschiede zwischen Gold und Silber waren zuletzt so groß wie nie zuvor. Für Anleger kann diese Kursentwicklung eine Chance darstellen.
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Bislang kostete eine Unze Gold im Durchschnitt rund 60-mal so viel wie eine Unze Silber. Quelle: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH
Goldbarren und Silberbarren

Bislang kostete eine Unze Gold im Durchschnitt rund 60-mal so viel wie eine Unze Silber.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)

Auf die Kursentwicklung an den Finanzmärkten mit Erfolg zu setzen ist ein schwieriges Unterfangen. Auf einen Punkt können sich Anleger jedoch verlassen: Fundamentale Missverhältnisse haben selten langfristig Bestand. Das hat sich zuletzt an den Edelmetallmärkten gezeigt. Dort setzen Marktexperten häufig die Preise verschiedener Edelmetalle ins Verhältnis, um deren relative Bewertung zu beurteilen.

Viel Beachtung findet vor allem das Verhältnis von Gold zu Silber und von Palladium zu Platin. In beiden Fällen waren in der jüngsten Vergangenheit historische Bewertungsunterschiede zu sehen. Anfang Juni kostete eine Unze Gold 93-mal so viel wie eine Unze Silber – noch nie war laut Daten des Finanzdatendienstes Bloomberg der Wert so hoch.

Im historischen Durchschnitt kostet eine Unze Gold rund 60-mal so viel wie eine Unze Silber. Das Gold-Silber-Verhältnis liegt aktuell bei 84 – ein im Vergleich zum Durchschnitt immer noch hoher Wert. Sollte es beim Goldpreis wieder dynamisch nach oben gehen, dürfte der Silberpreis davon noch stärker profitieren.

Historisch einmalig war zuletzt auch das Verhältnis von Palladium zu Platin. Im Juli kostete Palladium 1,9-mal so viel wie Platin. Dabei war Platin bis vor Kurzem immer teurer als Palladium. Beide Edelmetalle haben die gleiche industrielle Hauptverwendung als Katalysatoren zur Abgasreinigung in Verbrennermotoren. Vor Jahren schwenkte die gesamte Branche auf Palladium als Katalysator um, weil Platin zu teuer wurde.

Doch die verschärften Abgasregeln insbesondere in China ließen den Palladiumpreis förmlich explodieren. Zwar dauert es Jahre, bis die Autobauer ihre Produktion wieder auf Platin umstellen. Doch je länger dieses Missverhältnis andauert, umso wahrscheinlicher erfolgt die Umstellung. Auch beim Palladium-Platin-Verhältnis zeichnet sich eine zaghafte Wende ab. Mittlerweile kostet Palladium nur noch 1,7-mal so viel wie Platin.

Für Anleger ist es schwer abzuschätzen, wann sich Fehlbewertungen auflösen. Mitunter ist Durchhaltevermögen gefragt. Doch auf Ausreißer bei relativen Preisen zu achten kann eine lohnende Strategie sein – bei Edelmetallen ebenso wie bei anderen Anlageklassen.

Mehr: Rezessionssorgen haben Gold in diesem Jahr auf neue Höhen steigen lassen. Aber lohnt es sich für Anleger wirklich, ins Edelmetall zu investieren?

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