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Kommentar So schlecht steht es um die Aktienkultur gar nicht

Im Gegensatz zu früheren Börsencrashs haben deutsche Privatanleger in diesem Frühjahr nicht panisch ihre Aktien verkauft. Das ist ein gutes Zeichen.
20.07.2020 - 07:41 Uhr Kommentieren
Anleger sollten sich vom Auf und Ab an den Finanzmärkten nicht verunsichern lassen. Quelle: dpa
Börse Frankfurt

Anleger sollten sich vom Auf und Ab an den Finanzmärkten nicht verunsichern lassen.

(Foto: dpa)

Die Deutschen gelten seit jeher als risikoscheu. Häufig geben sich Anleger lieber mit niedrigen Zinsen auf Sparkonten zufrieden, anstatt sich auf das Auf und Ab an den Börsen einzulassen. Anscheinend beginnt sich das zu ändern, wie die von der Bundesbank Mitte Juli veröffentlichten Zahlen zur Geldvermögensbildung zeigen.

Demnach haben die Privathaushalte im ersten Quartal 2020 netto 13,8 Milliarden Euro in Aktien und weitere 7,1 Milliarden Euro in Investmentfonds angelegt. Im ersten Quartal des Vorjahres waren es dagegen nur rund 6,8 Milliarden Euro beziehungsweise 3,9 Milliarden Euro.

Angesichts der Turbulenzen an den Kapitalmärkten sind die Zahlen bemerkenswert. Im Februar hatte der Dax zunächst ein neues Allzeithoch erreicht. Wegen der Verschärfung der Coronakrise sackte er dann innerhalb eines Monats um gut 40 Prozent ab.

Selbst Anlageprofis sind daher von den Bundesbank-Zahlen überrascht: DZ Bank-Chefvolkswirt Stefan Bielmeier fragt in seinem Blog sogar, ob in Deutschland etwa eine neue Aktienkultur entstehe. Eindeutig mit „Ja“ zu antworten wäre übereilt. Gleichwohl sind die Signale positiv zu werten.

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    Denn neben der Tatsache, dass viele Deutsche überhaupt nicht mit Aktien handeln, gab es in der Vergangenheit häufig ein weiteres Problem: Die meisten Privatanleger kauften erst Aktien, wenn die Kurse schon stark gestiegen waren. Und in Krisenzeiten warfen sie aus Angst vor weiteren Verlusten schnell all ihre Aktien aus dem Depot.

    Mehr Aktien für die Altersvorsorge

    Dieses Mal handelten einige Anleger offenbar anders. Zwar dürfte ein Teil der Aktienkäufe im ersten Quartal noch nahe dem Allzeithoch erfolgt sein. Aber: Als die Kurse absackten, kam es im März nicht zu Verkäufen in großem Stil. Dazu beigetragen haben dürfte, dass die Notenbanken und Regierungen weltweit schnell auf die Pandemie reagiert haben. Das stärkte das Vertrauen in die Märkte.

    Im Vergleich zu früheren Börsencrashs gibt es heute aber auch mehr Menschen, die mit Aktiensparplänen fürs Alter vorsorgen. Diese haben sie in der Krise nicht einfach gekündigt, sondern die Phase für besonders günstige Anteilskäufe genutzt.

    Ein Wermutstropfen bleibt dennoch: Von der Erholung an den Aktienmärkten in den vergangenen Monaten dürfte noch immer nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Bevölkerung profitiert haben. Daran dürfte sich auch künftig nur langsam etwas ändern.

    Mehr: „Ich habe ein bisschen Angst um die Aktienkultur.“

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