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Kommentar Softbanks Börsendebut grenzt an einen GAU

An ihrem ersten Handelstag ist die Aktie von Softbank eingestürzt. Wenn ein Papier direkt so tief fällt, erledigen die begleitenden Banken ihren Job nicht.
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Am ersten Handelstag stürzte die Aktie fast um 15 Prozent ab. Quelle: Reuters
Softbank

Am ersten Handelstag stürzte die Aktie fast um 15 Prozent ab.

(Foto: Reuters)

Von einem Flop zu sprechen wäre eine Untertreibung. Es handelt sich eher schon um einen GAU. An ihrem ersten Handelstag stürzten die Aktien der Mobilfunksparte des japanischen Technologieinvestors und Telekomkonzerns Softbank um 14,5 Prozent ab. Und das an einem gar nicht einmal so schlechten Handelstag, der Nikkei-Index der Tokioter Börse lag am Mittwoch nur leicht im Minus.

Es gibt also keine Ausrede für das Debakel bei dem prestigeträchtigen Megabörsengang. Mit 23,5 Milliarden Dollar lagen die Japaner nur knapp hinter dem bislang weltweit größten Börsengang aller Zeiten, bei dem der chinesische Internetriese Alibaba 2014 noch ein paar Milliarden mehr eingesammelt hatte.

Natürlich gibt es Gründe für den schwachen Börsenstart. Schon vor dem Börsengang machten sich Investoren Sorgen um die Wachstumsaussichten der japanischen Mobilfunkbranche. Ausgerechnet in der Werbephase kurz vor der Megaplatzierung kämpfte Japans drittgrößter Mobilfunkbetreiber mit massiven Netzproblemen, die landesweit zu Serviceausfällen führten.

Zudem unterhält Softbank von allen japanischen Telekomfirmen den engsten Kontakt zum unter Spionageverdacht geratenen chinesischen Netzwerkausrüster Huawei. Aber damit lässt sich nicht ein Absturz um knapp 15 Prozent an einem ansonsten ruhigen Handelstag erklären.

Am Ende müssen die Konsortialbanken die Verantwortung für das komplett verpatzte Börsendebüt übernehmen. Zu den Organisatoren der Platzierung gehört übrigens auch die Deutsche Bank, die mit dem Prestigemandat kräftig die Werbetrommel gerührt hat.

Der Job der Investmentbanker ist es nicht nur, möglichst viel Geld für den Emittenten herauszuholen, sondern auch dafür zu sorgen, dass die Käufer der Aktien auf ihre Kosten kommen. Dieser Interessenausgleich ist im Fall von Softbank zumindest kurzfristig ganz offenbar gründlich schiefgelaufen.

Anstatt, wie üblich, eine Preisspanne für den Börsengang festzulegen, die bei Marktturbulenzen oder anderen Problemen Flexibilität für eine Anpassung nach unten geboten hätte, gingen die Banken gleich mit einem Festpreis von 1 500 Yen ins Rennen. Dem Gründer und Vorstandschef von Softbank, Masayoshi Son, haben die Banken damit einen glänzenden Dienst erwiesen – der japanischen Aktienkultur ganz sicher nicht.

Das ist besonders schade, weil sich in Japan, anders als in Deutschland, auch noch immer viele Kleinanleger für Börsengänge begeistern, denn die Emissionen bieten oft lukrative Gewinnchancen. Dieses Mal wurde diese Hoffnung allerdings zumindest am ersten Handelstag bitter enttäuscht.

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