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Kommentar Sommer der Illusionen: Die Normalität nach der Coronakrise ist noch weit entfernt

Teilweise im Akkord haben die Bundesländer ihre eigenen Öffnungspläne aufgestellt. Der Weg aus dem Lockdown verläuft ungeordnet und die Pandemie ist noch nicht ausgestanden.
11.05.2021 - 09:06 Uhr 2 Kommentare
Ab 10. Mai darf in bayerischen Landkreisen und Städten mit einer stabilen Sieben-Tages-Inzidenz unter 100 die Außengastronomie wieder öffnen. Quelle: dpa
Biergartensaison in der Coronakrise?

Ab 10. Mai darf in bayerischen Landkreisen und Städten mit einer stabilen Sieben-Tages-Inzidenz unter 100 die Außengastronomie wieder öffnen.

(Foto: dpa)

Deutschland macht auf. Gastwirte stellen Tische und Bänke nach draußen, Hoteliers nehmen Reservierungen entgegen – und Händler empfangen wieder Kunden. Das ist erst mal gut so: Die sinkenden Fallzahlen und die steigende Impfquote legitimieren Lockerungen.

Es wäre aber eine Illusion zu glauben, dass bald wieder alles normal ist. Diesen Eindruck könnte man bei den teilweise im Akkord aufgestellten Öffnungsplänen der Länder gewinnen. Bis zur Normalität ist es aber noch ein verdammt weiter Weg.

Zum einen, weil schon dieser Flickenteppich an Regeln, der jetzt entsteht, jeder Normalität entbehrt. Die Bundes-Notbremse hatte uns gerade daran gewöhnt, dass in allen Ecken der Republik die gleichen Lockdownregeln gelten. Die Öffnungspläne schreibt aber jedes Bundesland für sich – auch im Wettbewerb untereinander.

Es wäre ein Anfang, wenn sich die Länder abstimmen würden – oder der Bund gar einheitliche Regeln festlegt. Dies würde allen Sicherheit verschaffen und auch der Bevölkerung das Signal geben, dass der Weg aus dem Lockdown geordnet verläuft.

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    Noch zu früh, um das Virus zu vergessen

    Es ist auch deswegen ein weiter Weg, weil die Pandemie nicht ausgestanden ist. So groß die Sehnsucht nach einem möglichst befreiten Sommer ist: Die Fallzahlen sind nach wie vor hoch, die Gefahr der Mutanten besteht noch. Es ist nicht nur zu früh, das Virus zu vergessen, sondern sogar gefährlich.

    Die Erfolge durch die Corona-Notbremse wären dahin, wenn sich niemand mehr an die Regeln hält. Die private Vorsicht ist nach wie vor eine der wichtigsten Maßnahmen in der Pandemiebekämpfung – auch im Biergarten und am Strand. Die Maßnahmen können erst dann nahezu vollständig aufgehoben werden, wenn ein Großteil der Bevölkerung immun ist.

    Nicht einmal zehn Prozent der Bevölkerung sind derzeit allerdings vollständig geimpft. Kinder und Jugendliche sollen erst im Sommer ein Impfangebot erhalten.

    Und bis jeder seinen vollen Impfschutz hat, dauert es laut Berechnungen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung noch mindestens bis Mitte September.

    Corona-Auflagen werden noch lange zum Alltag gehören

    Das bedeutet auch: Die Auflagen, unter denen jetzt geöffnet wird, werden noch lange alltäglich sein. Es wird viel Zeit brauchen, bis wir ohne einen Termin einkaufen gehen können. Auch die Maske wird noch lange Teil des Alltags sein.

    Vor die Tür gehen ohne einen Impf- oder Genesenennachweis? Bald undenkbar. Die Dokumente sind die Eintrittskarte für Hotels, Restaurants und etwa Museen. Und alle anderen gewöhnen sich besser an das Gefühl, Tupfer in die Nase oder den Rachen gerammt zu bekommen.

    Der Corona-Schnelltest wird für sie so alltäglich wie das morgendliche Zähneputzen. Auch das ist ein Grund, warum es eine ganze Weile dauern wird, bis die Normalität zurückkehrt.

    Mehr: Biergärten, Ferienwohnungen, Geschäfte: Bundesländer liefern sich bei Öffnungen ein Wettrennen

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    2 Kommentare zu "Kommentar: Sommer der Illusionen: Die Normalität nach der Coronakrise ist noch weit entfernt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die Schweiz und auch Schweden zeigen, dass es einen anderen Weg des Umgangs mit der Corona-Pandemie gibt: Das Setzen auf den mündigen Bürger, der sich aus Einsicht und Verantwortung an Empfehlungen hält und von sich aus Rücksicht auf andere nimmt. (Dass es dabei immer eine sehr kleinen Teil gibt, der ignorant und rücksichtslos ist, spricht nicht gegen das generell Vorgehen). Im Gegensatz dazu verhält sich der deutsche Staat wieder einmal wie ein Vormund gegenüber seinen unmündigen Kindern und die Kinder finden das oft noch gut. Den Deutschen steckt halt der Untertan immer noch tief in den Knochen.
      In der Sache wird die Beibehaltung von Einschränkungen immer schwerer zu begründen sein. Denn Impffortschritt und sinkende Fallzahlen sowie sinkende Intensivbettenbelegungen machen es immer schwerer argumentierbar, die noch nicht Geimpften, dennoch aber gesunde Bevölkerung anders zu behandeln. Von der Population der noch nicht immunisierten, ob durch Impfung oder Genesung, sind immer nur maximal 10% infiziert, Tendenz sinkend.
      Das Virus wird Teil unseres Lebens bleiben und wir müssen damit leben lernen. Wie mit anderen Viren auch.
      Und was das Testen betrifft, könnte man auch von der Schweiz lernen. Da wird schon seit Monaten niemanden etwas "in die Nase oder den Rachen gerammt". Ein bisschen Spucke auf einen Probenträger reicht, versiegelt und mit QR-Code versehen in den Laborbriefkasten und am nächsten Morgen hat man das Ergebnis auf dem Handy.


    • Dieser Kommentar ist einer der dümmsten, den ich seit langem gelesen habe...

      Ich empfehle einen Blick in die Schweiz - oder hat auch dort die deutsche Corona-Notbremse auf wundersame Weise zu Erfolgen geführt?

      Testen soll so alltäglich werden wie das morgendlich Zähneputzen - von was für einer im wahrsten Sinne des Wortes kranken Welt phantasieren Sie denn?

      Bei weiter sinkenden Inzidenzen und Fortschritten bei der Impfquote sowie sinkenden Intensivbelegungen ist es unverhältnismäßig alle erdenklichen Aktivitäten - insbesondere solche im Außenbereich von denen nur ein sehr geringes Risiko ausgeht - an permanentes Testen zu knüpfen.

      Auch die Behauptung, dass die Bundes-Notbremse zu gleichen Lockdownregelungen geführt hätte, ist grober Unfug. Darüberhinausgehende Einschränkungen gab es in vielen Bundesländern - und somit auch hier einen „Flickenteppich“. Ich halte es auch nach wie vor für sehr sinnvoll, wenn die lokalen Verantwortlichen auf Basis der Kenntnis der Lage vor Ort entscheiden was möglich ist - ein großer Vorteil unserer föderalen Struktur.

      By the way - in Schleswig-Holstein kann man bereits jetzt ohne Termin und ohne Test einkaufen, ohne dass sich dies negativ auf die Inzidenzen ausgewirkt hätte.

      Auch hierin liegt eine Chance im uneinheitlichen Vorgehen: Zu erkennen, was funktioniert und was ggf. auch noch nicht.

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