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Kommentar Sony zeigt, wie sich die Autowelt verändert

Mit der Elektromobilität drängen neue Konkurrenten in den Automarkt. Nicht alle meinen es ernst, aber alle sollten ernstgenommen werden.
08.01.2020 - 04:20 Uhr Kommentieren
Kenichiro Yoshida, Präsident der Sony Interactive Entertainment Worldwide Studios, präsentiert den Prototyp des Sony „Vision-S“ aus der CES. Quelle: Bloomberg
Neues Auto von Sony

Kenichiro Yoshida, Präsident der Sony Interactive Entertainment Worldwide Studios, präsentiert den Prototyp des Sony „Vision-S“ aus der CES.

(Foto: Bloomberg)

Es war die größte Überraschung beim Auftakt der Technologiemesse CES in Las Vegas: Der Elektronikkonzern Sony stellte ein eigenes Konzeptauto vor. Der alte Werbeslogan des japanischen Unternehmens lautet „It‘s not a trick, it‘s a Sony“.

In diesem Fall handelt es sich aber doch um einen Trick, und zwar um einen alten: Auch Autozulieferer wie ZF, Bosch oder Conti stellen auf Branchenmessen gerne Konzeptautos vor - nur um zu zeigen, was sie alles können. Autobauer wollen sie allerdings nicht werden, auch wenn sie dazu technologisch längst in der Lage sind. Aber es ist ein Tabu, die Autokonzerne sollen nicht verärgert werden.

Auch Sony plant keinesfalls eine eigene Fahrzeugproduktion. Aber die Japaner wollen in Zukunft eine größere Rolle als Auto-Zulieferer spielen.

Der Vorstoß zeugt von zwei Entwicklungen in der Autoindustrie. Erstens: Der tief greifende Wandel zur Elektromobilität lockt viele Quereinsteiger auf den Plan. Bei Elektroautos und noch mehr bei künftigen Roboterautos wird die Elektronik, Sensorik und Software zur wichtigsten Kernkompetenz - wichtiger noch als Motoren und Fahrwerk.

Das verändert die Gewichte in der kompletten Autobranche. Und wenn sich ein so bekannter Konzern wie Sony in dieser Gemengelage positioniert, schafft das Aufmerksamkeit. Die wenigsten Berührungsängste mit derartigen Newcomern - seien sie nun aus Asien oder den USA - haben deutsche Autozulieferer wie Bosch, Continental und ZF. Auch Tesla fährt nicht ohne deren Teile. Bosch und Conti sind auch bei Sony an Bord.

Das wirft aber auch ein Licht auf die zweite Entwicklung in der Branche: Kooperationen könnten systembildend und entscheidend für künftige Erfolge werden.

Autobau bleibt kompliziert

Das gilt auch für die etablierten Hersteller. Sie profitieren davon, dass der Einstieg in eine Massenproduktion von Fahrzeugen für Quereinsteiger schwierig und vor allem teuer ist. Das zeigen die Herstellungs-Probleme von Tesla, aber auch das Eindampfen des Autoprojekts von Apple. Der Staubsaugerproduzent Dyson hat sein E-Auto-Projekt ebenfalls abgeblasen.

Auf ihre Expertise in der Massenproduktion können sich die Autobauer aber nicht allein verlassen. Wer wichtige Trends nicht rechtzeitig umsetzt, dem kann es gehen wie Kodak bei der Digitalkamera, oder Nokia beim Smartphone: Diese Unternehmen haben sich auf früheren Erfolgen ausgeruht und wurden von der rasanten Entwicklung in ihrem Kerngeschäft überrollt.

Für BMW, Daimler & Co gilt: Trotz der vielen gut klingenden Namen gibt keine langfristige Existenzgarantie für die deutschen Automarken. Sie müssen jeden Newcomer im Markt ernst nehmen - auch, wenn der mit einem Trick arbeitet.

Mehr: Ein Quereinsteiger nach dem anderen scheitert am Elektroauto. Für die etablierten Hersteller ist das aber nur bedingt eine gute Nachricht.

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