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Kommentar Soziales Engagement zahlt sich auch an der Börse aus

Wenn Regierungen und Unternehmen zu wenig für das Gemeinwohl leisten, wird das von den Finanzmärkten bestraft. Was Anleger daraus lernen können.
23.06.2020 - 18:57 Uhr Kommentieren
Ob Volkswirtschaften für soziale Unruhen als Folge der Coronakrise anfällig sind, lässt sich anhand von ESG-Kriterien quantifizieren. Das können Anleger für ihren Investitionsprozess nutzen, Quelle: dpa
Protestkundgebung in Rio de Janeiro

Ob Volkswirtschaften für soziale Unruhen als Folge der Coronakrise anfällig sind, lässt sich anhand von ESG-Kriterien quantifizieren. Das können Anleger für ihren Investitionsprozess nutzen,

(Foto: dpa)

Bei den ESG-Kriterien standen bisher besonders das E für Environmental und das G für Governance im Fokus – Umweltthemen und die gute Unternehmensführung beschäftigten die Anleger und Analysten. Doch mit der Coronakrise wird auch das S für Soziales immer wichtiger. Der Grund sind die schon laufenden und kommenden sozialen Unruhen in vielen Ländern.

Die Anfälligkeit von Volkswirtschaften für solche Unruhen als Folge der Coronakrise – man denke etwa an Brasilien oder den Libanon - lässt sich anhand von ESG-Kriterien quantifizieren. Diese Information könnten Anleger anschließend für ihren Investitionsprozess nutzen, heißt es in einer Analyse von Brandywine Global.

Die These: Je effektiver die Gesundheitssysteme und je engagierter die Regierungen, desto geringer die Risikoprämien am Kapitalmarkt. Es gibt demnach einen Zusammenhang zwischen der Höhe der Risikoprämie am Kapitalmarkt, dem Grad der Einschränkungen für die Bürger sowie der Kapazität des Gesundheitswesens.

Für die Analysten ist es nur folgerichtig, dass ein Land, das nicht in der Lage ist, die Folgen der Pandemie zu beherrschen, auch höhere Zinsen bezahlen muss. Diese gestiegenen Kapitalkosten könnten wiederum dazu führen, dass sich soziale Spannungen verschärfen und die Probleme innerhalb einer Volkswirtschaft zunehmen – also eine Art Teufelskreis.

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    Wenn man die These erweitert, dann sollten es auch solche Schwellenländer schwerer haben bei der Kapitalbeschaffung, die große soziale Unterschiede – etwa bei den Einkommen – zulassen. Selbst ein Land wie die USA könnte bei lang anhaltenden Unruhen Probleme mit der Bonitätsnote bekommen.

    Nicht nur bei Anleihen, auch bei der Aktienauswahl werden die Unternehmen zunehmend danach beurteilt, welchen Beitrag sie für das Gemeinwohl leisten und wie ihr soziales Engagement in der Coronakrise war.

    In Frankreich haben beispielsweise Unternehmen mit der Herstellung von Schutzmasken oder Desinfektionsgel, der Kürzung oder Streichung von Dividenden und dem Verzicht auf einen Teil der Vergütung seitens der Führungskräfte spontan reagiert. Konzerne wie LVMH, L’Oréal, Air Liquide und Somfy gaben laut der Fondsgesellschaft LFDE den Ton an. Davon profitieren Bürger und Anleger gleichermaßen. Die Titel haben sich durchweg wieder gut erholt.

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