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Kommentar Spotify muss mehr bieten als nur Musik

Der Streamingdienst ist einer der wenigen digitalen Marktführer aus Europa. Aber um profitabel zu werden, wird das Kerngeschäft von Spotify nicht ausreichen.
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Der Musikstreamingdienst muss sein Portfolio erweitern. Quelle: Reuters
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Der Musikstreamingdienst muss sein Portfolio erweitern.

(Foto: Reuters)

Die Musikindustrie ist eine der ersten Branchen, die ihre Digitalisierung erfolgreich bewältigt haben. Von der Schocktherapie um die Jahrtausendwende, als illegale Downloads die Umsätze der Labels einstürzen ließen, haben sich zumindest die überlebenden „big three“ Universal, Sony und Warner Music langsam erholt – von dem seit einigen Jahren wieder wachsenden Musikmarkt teilen sich die drei Major-Labels 80 Prozent des Umsatzes auf.

Danken können die Labelbosse dafür Daniel Ek. Der Spotify-Gründer popularisierte legales Streaming als moderne Form des Musikgenusses, lange bevor Apple oder Amazon das Geschäft entdeckten. So schuf der heute 36-Jährige einen der wenigen digitalen Marktführer aus Europa. Heute bezahlen weltweit circa 100 Millionen Menschen um die zehn Euro für ein Spotify-Abo, wovon die Hälfte bei den Labels landet.

Doch statt Lobliedern hört man in der Branche scharfe Töne über den Weltmarktführer aus Stockholm. Ein US-Musikmanager wurde kürzlich zitiert, er werde Spotifys Emissäre „aus dem Zimmer lachen“, wenn die bei den demnächst anstehenden Lizenzverhandlungen forderten, einen höheren Anteil behalten zu dürfen.

Die Musiklabels als Rechteinhaber sitzen an den Reglern, sie können Spotify einfach den Saft abdrehen: Ohne Madonna (Warner), Elvis (Sony) oder Justin Bieber (Universal) wäre Spotifys Angebot plötzlich ziemlich armselig. Die inzwischen erwachten Riesen Apple, Youtube oder Amazon würden sich bedanken.

Um profitabel zu werden, wird das Wachstum in Spotifys Kerngeschäft nicht ausreichen. Die Übernahme von Podcast-Produzenten wie Gimlet ist ein erster Versuch, sich exklusive Inhalte in Bereichen zu sichern, die noch nicht von mächtigen Labels dominiert werden.

Große Tourneen und Festivals zu organisieren wäre ein nächstes lohnendes Ziel für Spotify. Daniel Ek hat es dahin, wo er jetzt steht, gebracht, indem er eine Industrie rettete. Die nächste muss er disruptieren.

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