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Kommentar Sprachassistenten-Anbieter sollten Apples Beispiel folgen – und Nutzer aufrichtig informieren

Bei Siri reicht wohl mitunter das Geräusch eines Reißverschlusses, bei Alexa ein Name, um den Sprachassistenten zu aktivieren. Darüber sollten die Hersteller endlich Transparenz schaffen.
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Bei Assistenzsoftware wie Amazons Alexa, dem Google Assistant und Siri wurden Fragmente von Mitschnitten seit Jahren zum Teil auch von Menschen angehört und abgetippt, um die Qualität der Spracherkennung zu verbessern. Quelle: dpa
Smarte Lautsprecher

Bei Assistenzsoftware wie Amazons Alexa, dem Google Assistant und Siri wurden Fragmente von Mitschnitten seit Jahren zum Teil auch von Menschen angehört und abgetippt, um die Qualität der Spracherkennung zu verbessern.

(Foto: dpa)

Patienten, die über Krankheiten reden. Paare, die Krisengespräche führen. Oder auch Dealer, die Drogen verkaufen: Viele Nutzer dürften überrascht sein, was Sprachassistenten in Lautsprechern und Smartphones alles mitschneiden. Noch mehr, wenn sie erfahren, dass Mitarbeiter im Auftrag der Konzerne einige Aufnahmen abhören und transkribieren, wie es jüngst im Fall von Apple bekannt geworden ist.

Wer sich mit Technik auskennt, der weiß: Dieses Prozedere ist nötig, um die Systeme zu verbessern. Die Hersteller informieren jedoch nicht aufrichtig darüber. Es wird Zeit, dass sie transparent handeln und eine explizite Einwilligung einholen, wie es der iPhone-Hersteller gerade unter dem Druck der Öffentlichkeit angekündigt hat. Den Sprachassistenten wird es nicht schaden – und dem Ruf der Hersteller sogar nützen.

Hinter den Stimmen verbergen sich keine Persönlichkeiten, sondern komplexe Technologien. Die Systeme wandeln Sprachbefehle mithilfe einer Mustererkennung in Text um, um sie zu interpretieren und auszuführen. Dabei kommt es jedoch häufig zu Fehlern, beispielsweise wenn Umgebungsgeräusche stören oder Sprecher einen Dialekt haben. Das was als Künstliche Intelligenz bezeichnet wird, benötigt daher menschliche Nachhilfe. Die Transkripte dienen als Lernstoff.

Besonders pikant ist das, weil die Geräte manchmal ohne das Wissen der Nutzer anspringen – wenn die Software das Aktivierungswort fälschlicherweise zu erkennen glaubt, läuft die Aufnahme. Bei Siri kann dafür laut einem Medienbericht das Geräusch eines Reißverschlusses reichen, bei Alexa ein Name, der der digitalen Helferin ähnelt.

Nutzer würden wohl ein wenige Privatsphäre aufgeben

Sprachassistenten sind eine nützliche Technologie. Viele Menschen sind mit Sicherheit bereit, ein bisschen Privatsphäre aufzugeben, um sie zu verbessern. Die IT-Konzerne müssen aber ausdrücklich informieren, was sie tun.

Einige verdruckste Sätze, die das Vorgehen nur umschreiben und in den Nutzungsbedingungen versteckt sind, reichen nicht aus. Und sie müssen den Zugriff auf die Aufnahmen bei ihren Mitarbeitern und Dienstleistern genau kontrollieren.

Zudem müssen Verbraucher eine Wahl haben. Die Nutzung der Sprachassistenten darf nicht an die Auswertung von Tonaufnahmen gekoppelt sein, das verbietet die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

Nötig ist es ohnehin nicht: Viele Nutzer, die Siri Einkaufslisten diktieren und Alexa Musik spielen lassen, dürften Verständnis für die Unternehmen aufbringen und freiwillig teilnehmen.

Wenn Apple bald ausdrücklich um Erlaubnis fragen will, ist das eine späte, aber richtige Entscheidung. Amazon, Google und alle anderen Anbieter von Sprachassistenten sollten Apple bald folgen.

Mehr: Smartphone, Mailing, soziale Medien und Sprachassistenten. Bei vielen Digitalprodukten lässt sich die Privatsphäre schützen. Man muss nur wissen, wie.

„Wir werden in der Zukunft fast alles über Sprachassistenten steuern“

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