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Kommentar Staaten sollen sich an Airlines beteiligen – aber auf Mitbestimmung verzichten

Es ist gut, dass die Regierungen den Fluggesellschaften helfen wollen. Sie sollten aber keinesfalls versuchen, Einfluss aufs Geschäft zu nehmen.
06.04.2020 - 15:24 Uhr 1 Kommentar
Die italienische Airline ist seit Jahren im Krisenmodus. Quelle: Reuters
Alitalia-Maschinen

Die italienische Airline ist seit Jahren im Krisenmodus.

(Foto: Reuters)

Es fällt schwer, Fluggesellschaften pleitegehen zu lassen. Diese Erkenntnis ist nicht neu und hat mit der Coronakrise überhaupt nichts zu tun. Doch sie wird in der aktuell äußerst schwierigen Situation, in der sich die Branche befindet, einmal mehr bestätigt.

Das Zaudern bei der Marktbereinigung hat viele Gründe. Da sind zum einen die Emotionen, die mit dem Fliegen verbunden sind. Auch wenn daraus längst Alltag, aus dem Abenteuer beim Besteigen eines Jets eine zuweilen nervende und wenig erfreuliche Routine geworden ist – ein Flugzeug trägt immer noch die Flagge einer Nation in die große und weite Welt.

Es gibt zum anderen auch pragmatische Gründe für die Rettung angeschlagener Fluggesellschaften. Die Anbindung an ferne Ziele ist ein wichtiger Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg einer Gesellschaft. Hinzu kommen viele Tausende Jobs in der fragmentierten Branche.

Deshalb überrascht es nicht, dass nun in Coronazeiten Regierungen in Europa oder auch Nordamerika den Wunsch äußern, die Hilfen für ihre Airlines mit einer Kapitalbeteiligung an den Firmen zu verbinden.

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    Doch der Wunsch ist heikel. Regierungen, die sich als größerer Investor engagieren, sind versucht, eigene Ziele durchzusetzen. Gerade in der größten Krise der Luftfahrt – und das dürfte Corona sein – wäre das fatal.

    Die Gefahr bestünde, dass Streckenpläne künftig stärker nach politischen Vorstellungen statt nach Aspekten der Wirtschaftlichkeit zusammengestellt werden. Oder dass dringend notwendige Restrukturierungen viel Rücksicht auf das sicher nachvollziehbare Streben der Politik nehmen müssten, möglichst wenig Jobs zu verlieren.

    Singapore Airlines ist einziges Positiv-Beispiel

    Man darf gespannt sein, wie die seit drei Jahren schwer angeschlagene Alitalia nun bald unter dem Dach des italienischen Staates neu ausgerichtet werden wird. Jedem in der Branche ist klar, dass harte Einschnitte notwendig sind. Ob sie auch erfolgen werden, bleibt abzuwarten.

    Es gibt in der Luftfahrt nur ein Beispiel einer sehr erfolgreichen Airline mit dem Staat als Miteigentümer: Singapore Airlines. Doch die erfolgreiche Fluggesellschaft ist ein Sonderfall. Der Insel- und Stadtstaat hat selbst wenig Fluggäste, die Airline lebt von Langstreckenflügen. Und sie lebt von der starken Wirtschaft dort.

    Insofern wäre es wohl falsch, das Modell als Blaupause für andere Airlines zu nehmen. Aber eines können die Regierungen in aller Welt von dem Beispiel lernen: Singapore Airlines ist nicht zuletzt deshalb erfolgreich, weil sich der Staat weitgehend aus dem Geschäft heraushält.

    So gut die umfassenden Hilfen der Regierungen für die Luftfahrt sind: Auf eine Mitbestimmung sollten die Politiker also unbedingt verzichten.

    Mehr: Lesen Sie hier, warum am Flughafen bald die Koffer liegen bleiben könnten.

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Staaten sollen sich an Airlines beteiligen – aber auf Mitbestimmung verzichten"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wessen Geld ich nehme, dessen Lied ich tanze

      Dies ist eine gängige Selbstverständlichkeit im Kapitalismus, bloß bei Staatsknete soll diese sonst fast 'heilige' Marktregel ausgesetzt werden? Da wären wir wieder bei Sozialisierung von Risiken bei gleichzeitiger Privatisierung von Erträgen.
      Ja, der Staat und damit das Gemeinwesen hat als Investor ganz andere Prioritäten im Sinne als sonstige gängige Akteure. Darüber wie über die Prioritäten anderer Anteilseigner lässt sich streiten. Per se negativ bzw. Effizienz mindernd wie im Artikel angedeutet muss der Staatseinfluss jedoch nicht sein. Viel sinnvoller halte ich bei Staatsbeteiligung eine Einigung auf klare Ausstiegskriterien. So vermeiden wir eine Einteilung der Anteilseigner in welche erster bzw. zweiter Klasse und das Management hat es in der Hand die 'Dividende' für die rettende temporäre Sozialisierung der Risiken zu entrichten und den Staat als Anteilseigner wieder loszuwerden.

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