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Kommentar Staatliche Bankenübernahme richtet sich eher gegen Korruption

Wer den Fall der chinesischen Baoshang Bank näher beleuchtet, macht sich keine Sorgen darüber, dass noch mehr staatliche Zwangsübernahmen folgen könnten.
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Die Zwangsübernahme des Instituts durch die Zentralbank hat für große Nervosität gesorgt. Quelle: Reuters
Schriftzug der Baoshang Bank auf einer Häuserwand

Die Zwangsübernahme des Instituts durch die Zentralbank hat für große Nervosität gesorgt.

(Foto: Reuters)

Alle Monate wieder wähnen Analysten China vor dem Kollaps. Drohte er gestern wegen der Immobilienblase, sind es heute die Unternehmensschulden und morgen die faulen Kredite der kleinen und mittleren Banken. So gingen einige Beobachter davon aus, dass die staatliche Übernahme der Baoshang Bank der Startschuss für weitere ist.

Die Panik wurde irgendwann so groß, dass am vergangenen Sonntag die Zentralbank eine Frage und Antwort auf ihrer Webseite veröffentlichen und die Frage nach weiteren Übernahmen mit der saloppen Formulierung beantworten musste: „Bitte macht euch keine Sorgen. Wir haben derzeit keinen solchen Plan.“

Das bedeutet natürlich nicht, dass kleine und mittelgroße Banken in China nicht Risiken bergen. Viele haben hochproblematische Bilanzen. Doch um China zu verstehen, darf man nie nur auf die Zahlen schauen, sondern muss den Kontext betrachten.

Wer Baoshangs Hintergrund kennt und chinesische Politik versteht, macht sich keine Sorgen darüber, dass noch mehr staatliche Bankübernahmen folgen könnten. Der Grund für Pekings Vorgehen hat nämlich weniger etwas mit finanzieller Stabilität zu tun, sondern mehr mit einer Antikorruptionskampagne gegen sogenannte „Krokodile“, wie Chinas Oligarchen heißen. Baoshang war im Grund die Hausbank von Xiao Jianhua, der 2017 in Hongkong von chinesischen Behörden in Gewahrsam genommen wurde.

Er ist der Gründer des Finanzkonglomerats Tomorrow Group, das aus hundert Unternehmenseinheiten besteht, die durch ebenso komplizierte wie dubiose Eigentumsverhältnisse miteinander verflochten sind. Mit den Einblicken in die Unterlagen der Bank bekommen die Korruptionsbekämpfer in China vermutlich weitere Einsichten in die Verbindungen Xiaos, der eine sehr gut vernetzte Gestalt in den Elitezirkeln Chinas war. Die Resultate der Ermittlungen sollten einige in Aufruhr versetzen – allerdings nicht die Wirtschaftsanalysten.

Mehr: Zum ersten Mal seit 20 Jahren zwangsübernehmen Chinas Finanzregulatoren ein Geldinstitut. Experten sind sich uneinig darüber, ob das ein Einzelfall bleibt.

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