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Kommentar Staatskredite für Airlines verzerren den Wettbewerb

Dass Condor trotz Kredit des Bundes auf Dumpingangebote setzt, ist für die Airline nachvollziehbar. Trotzdem zeigt der Fall ein Systemproblem auf.
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Die Airline ist unverschuldet in Probleme geraten – durch die Insolvenz der Mutter Thomas Cook. Quelle: dpa
Condor

Die Airline ist unverschuldet in Probleme geraten – durch die Insolvenz der Mutter Thomas Cook.

(Foto: dpa)

Die Debatte kam mit Ansage. Kaum waren die Sonderangebote auf der Webseite von Condor, ging es schon los. Missbraucht die Fluggesellschaft die zugesagte Staatshilfe dazu, ihre Marktanteile über Dumpingpreise zu sichern und auszubauen?

Die Beantwortung dieser Frage ist nicht so einfach, wie man vermuten könnte. Die Fakten: Condor ist unverschuldet in Probleme geraten – durch die Insolvenz der Mutter Thomas Cook. Condor selbst hat angeblich ein funktionierendes Geschäftsmodell, dazu einen bekannten Namen. Das Airline-Management ist deshalb davon überzeugt, überleben zu können – mit Investor. Genau dafür hat Condor auch das Staatsgeld zugesagt bekommen.

Überleben kann die Fluggesellschaft aber nur, wenn sie den Gesetzmäßigkeiten des Marktes folgt. Und der ist nun mal äußerst wettbewerbsintensiv, gerade im Touristikbereich. Wer mithalten will, muss attraktive Preise bieten.

An dieser Stelle offenbart sich ein systemisches Problem: Wer als Staat Fluggesellschaften finanziell unter die Arme greift, muss wissen, dass er damit zwangsläufig den Wettbewerb verzerrt. Das war schon bei Air Berlin so, die noch in der Insolvenz mit massiven Preisnachlässen Kunden in ihre Jets lockte. Und das ist seit Jahren bei Alitalia der Fall, die nur dank „Staatsknete“ weiterfliegt.

Deshalb allerdings die Hilfe für Condor generell infrage zu stellen wäre falsch. Die Airline hat kaum Chancen, sich anderswo Geld zu besorgen. Zwar ist der Einwand richtig, dass ein Unternehmen, das von sich behauptet, profitabel zu sein und ein funktionierendes Geschäftsmodell zu haben, auch Geld von Banken bekommen müsste.

Doch Condor musste sich unter den Gläubigerschutz flüchten, um Forderungen der insolventen Mutter abzuwehren. Welche Bank gibt so einem Unternehmen Kredit?

Was am Ende bleibt, ist eine Empfehlung an die Condor-Spitze: Bei allen nicht zu leugnenden Zwängen: Haltet bei künftigen Marketingkampagnen Augenmaß!

Mehr: 58 Prozent aller Reiseagenturen sind von der Pleite des Reiseveranstalters Thomas Cook betroffen, zeigt eine Umfrage. Einige müssen um die Existenz bangen.

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