Kommentar Stada ist wieder auf Kurs – vorerst

Ein Jahr nach der Übernahme durch Finanzinvestoren hat sich Stada operativ deutlich verbessert. Doch unruhig bleibt es dennoch vorerst.
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Die aktuellen Quartalszahlen zeigen: Stada wächst in den Geschäftsfeldern Generika und Markenprodukte. Quelle: dpa
Stada

Die aktuellen Quartalszahlen zeigen: Stada wächst in den Geschäftsfeldern Generika und Markenprodukte.

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Erst einmal Ruhe reinbringen. Das hatte Claudio Albrecht, seit Kurzem Vorstandschef des Arzneimittelherstellers Stada, vor zehn Monaten als vordringlichste Aufgabe bezeichnet. Schon da war klar: Dass sich der Österreicher zusammen mit dem Briten Mark Keatley als Finanzchef aufmachte, den Konzern wieder auf Kurs zu bringen, würde kaum einen Zustand des Innehaltens bedeuten.

Das eingespielte Duo hatte schon den hochverschuldeten isländischen Generikakonzern Actavis fit gemacht, um ihn anschließend mit hohem Profit an den damaligen Konkurrenten Watson zu verkaufen. Auch bei Stada strafften sie Prozesse, schafften Funktionen ab, besetzten Stellen nicht neu und machten die Organisation effizienter. Acht Prozent weniger Mitarbeiter als im Vorjahreszeitraum beschäftigte Stada zur Jahresmitte.

Aber nach all den Chefwechseln der vergangenen zwei Jahre, den Querelen zwischen dem früheren Management und Aufsichtsrat und dem Übernahmepoker ist für die Beschäftigten eines positiv: Die neuen Eigner Bain Capital und Cinven setzen alles daran, das Unternehmen zu stärken und weiterzuentwickeln. Das von ihnen eingesetzte Management hat die Strategie entsprechend übernommen.

Mit Erfolg, wie die aktuellen Quartalszahlen zeigen. Stada wächst in seinen Geschäftsfeldern Generika und Markenprodukte teilweise schneller als der Wettbewerb, der Gewinn ist im zweistelligen Prozentbereich gestiegen. Das Portfolio der Markenprodukte wird durch Zukäufe gestärkt, der Fußabdruck im Zukunftsmarkt Biosimilars – Nachahmerprodukte von Biotech-Medikamenten – verbreitert.

Ruhig wird es deshalb bei Stada nicht: Albrecht stand nur eine begrenzte Zeit als CEO zur Verfügung. Ab September setzt Sandoz-Manager Peter Goldschmidt eigene Akzente. Und die Mitarbeiter bewegt weiterhin die bange Frage, wann die Finanzinvestoren ihr milliardenschweres Engagement versilbern und das Unternehmen weiterverkaufen wollen.

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