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Kommentar Statt Streiks sollte sich UFO Zeit für den Neustart nehmen

Die Flugbegleitergewerkschaft hat die Urabstimmung über Streiks bei Eurowings gestoppt. UFO braucht jetzt eine Auszeit, um sich neu aufzustellen.
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So verlockend ein Arbeitskampf auch sein mag, um Handlungsfähigkeit und Stärke zu zeigen – er ist die falsche Antwort auf die gewaltigen Herausforderungen, vor der die Spartengewerkschaft steht. Quelle: dpa
Streikende Flugbegleiter im Oktober 2016

So verlockend ein Arbeitskampf auch sein mag, um Handlungsfähigkeit und Stärke zu zeigen – er ist die falsche Antwort auf die gewaltigen Herausforderungen, vor der die Spartengewerkschaft steht.

(Foto: dpa)

Es dauerte ein paar Tage, kam dann aber doch wie erwartet und war wohl kaum anders möglich. Die Flugbegleitergewerkschaft UFO stoppt die Urabstimmung bei der Lufthansa-Tochter Eurowings. Arbeitskämpfe noch im Sommer sind damit so gut wie ausgeschlossen.

Dem Vorstand der UFO blieb keine andere Wahl. Ein Gericht hatte die Berufung von zwei der drei Vorstandsmitglieder wegen Formfehlern für nichtig erklärt. Die UFO-Führung hat damit vorerst kein belastbares Mandat mehr, die Kabinenmitarbeiter zu vertreten.

Die aktuelle Entwicklung ist der vorläufige Höhepunkt einer Auseinandersetzung, die nicht zuletzt für die Fluggäste kaum nachvollziehbar und einfach nur noch nervig ist. Mal wird mit Streik gedroht, dann wird zurückgezogen, um dann doch wieder zu drohen.

Selbst jetzt – nach dem Gerichtsurteil – kann die UFO-Führung ihre Trotzhaltung nicht ganz ablegen. Die Abstimmung sei nur unterbrochen, bis der Sachverhalt geklärt sei, heißt es. Und in einer Mitteilung an die Mitglieder wird die Streikdrohung aufrechterhalten.

Ein schwerer Fehler. So verlockend ein Arbeitskampf auch sein mag, um Handlungsfähigkeit und Stärke zu zeigen – er ist die falsche Antwort auf die gewaltigen Herausforderungen, vor der die Spartengewerkschaft steht. Die UFO braucht dringend eine Auszeit, um sich neu zu erfinden – strukturell wie personell.

Geordnete Neuwahlen sind erforderlich, um den rechtlichen Status der Arbeitnehmervertretung wieder auf gesichertere Beine zu stellen. Das allein ist schon eine große Aufgabe. Denn es sollten „neutrale“ Neuwahlen sein – nach den erbitterten Machtkämpfen der letzten Jahre und der ausgeprägten Lagerbildung innerhalb der UFO keine einfache Sache.

Doch der Neubeginn ist alternativlos. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass sich den Crews mit Verdi und der IGL zwei andere handlungsfähige Gewerkschaften anbieten. Wurschtelt sich die UFO weiter so durch wie bisher, schafft sie sich am Ende nur selbst ab.

Mehr: Der Druck auf die Luftfahrtbranche wächst. Mit Selbstverpflichtungen will sie verhindern, dass das Klimakabinett letztlich eine CO2-Steuer verordnet.

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