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Kommentar Streit bei VW blockiert die Reform des Autokonzerns

Vorstand und Betriebsrat von Volkswagen sollten besser miteinander als übereinander reden. Sonst verpasst der Konzern wichtige Weichenstellungen.
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VW-Chef Herbert Diess (links) und der Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh streiten über den Umbau des Konzerns. Quelle: dpa
Streit an der Spitze

VW-Chef Herbert Diess (links) und der Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh streiten über den Umbau des Konzerns.

(Foto: dpa)

Konstruktive Zusammenarbeit sieht anders aus: Das Management um VW-Vorstandschef Herbert Diess hält der Arbeitnehmerbank vor, dass sie die anstehende Erneuerung des Unternehmens blockiere. Betriebsratschef Bernd Osterloh macht seinerseits das Management für Milliardenverluste verantwortlich, die durch die verpasste rechtzeitige Umstellung auf die neuen WLTP-Zulassungsnormen angefallen sind.

Genauso müsse sich das Management die Frage gefallen lassen, warum es bei der Produktion des neuen Golfs so gewaltige Verzögerungen gebe. Weitere Verluste in dreistelliger Millionenhöhe drohen.

Doch leider ist niemand damit geholfen, wenn sich Vorstand und Betriebsrat gegenseitig den Schwarzen Peter zuschieben. Sie sollten sich besser mit der Lösung der Probleme befassen. Der Volkswagen-Konzern – und zugleich die gesamte Automobilindustrie – steht vor dem größten Umbau seiner Geschichte. Es geht nicht mehr nur darum, ob das nächste Modell 20 PS mehr und zwei zusätzliche Türen bekommt.

Jetzt muss viel mehr passieren. Elektromobilität und Digitalisierung werden die Automobilbranche umkrempeln. Aus einem Konzern, der sich bisher mehr an seinen eigenen Produktionsabläufen als an Kundenwünschen orientiert, muss ein Diensteanbieter mit ausgewiesener IT-Kompetenz werden. Es geht nicht mehr nur um möglichst viel PS im Auto.

Es geht um völlig neue, softwaregesteuerte Produkte auf vier Rädern, die in den nächsten Jahren zudem auch noch einen neuen Antrieb bekommen werden. Durch den Elektroantrieb wird die Fertigungstiefe in der Automobilfertigung deutlich zurückgehen. Dieser Prozess ist unwiderruflich mit einem Beschäftigungsrückgang verbunden.

Diese Veränderung ist unaufhaltsam. Deshalb sollten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer im VW-Konzern schnell wieder an den Verhandlungstisch setzen. Damit wäre dem Unternehmen mehr geholfen, als öffentlich einen womöglich lang anhaltenden Streit auszufechten.

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