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Kommentar Streit um Homeoffice-Pflicht lenkt von wahren Problemen ab

Viele haben sich daran gewöhnt, von zu Hause arbeiten zu können. Was bleibt davon nach der Pandemie übrig? Es wäre unsinnig, zu den Regeln vor der Pandemie zurückzukehren.
31.05.2021 - 15:47 Uhr Kommentieren
Arbeiten im Homeoffice: Fluch und Segen. Quelle: dpa
Homeoffice

Arbeiten im Homeoffice: Fluch und Segen.

(Foto: dpa)

Berlin Mit den sinkenden Infektionszahlen rückt auch die Frage auf die Agenda, ob die geltende Homeoffice-Pflicht aufgeweicht werden soll. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz mahnt, jetzt „nicht leichtsinnig zu werden“. Das Virus sei noch nicht besiegt. Die FDP hingegen klagt, dass Menschen ja bereits im Biergarten sitzen dürfen – warum also nicht im Büro?

Das alles ist eine Phantomdebatte, denn Ende Juni hat sich das Thema ohnehin erledigt – dann läuft die Regel aus. Viel wichtiger als die Frage, was aus der Homeoffice-Pflicht wird, ist doch die Frage: Was wird eigentlich aus dem Homeoffice?

Ein Recht darauf gibt es nicht. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte sich das zwar vorgenommen, allerdings nicht durchgesetzt – trotz Pandemie. Sollte sich eine neue Regierung dem annehmen wollen, ist das Jahr schon zu Ende und die Pandemie vermutlich auch. Bis dahin – und ohne Homeoffice-Pflicht – gilt: alles auf Anfang.

Die Uhr lässt sich aber nicht zurückdrehen. Mehr als jeder zweite Arbeitnehmer will laut einer Bitkom-Umfrage auch nach der Pandemie ganz oder teilweise von zu Hause aus arbeiten. Es wäre unsinnig, jetzt zu den Regeln aus der Zeit vor der Pandemie zurückzukehren, als eine anachronistische Präsenzkultur den Arbeitsalltag prägte.

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    Manche Chefs hatten die Sorge, ihre Arbeitnehmer seien weniger produktiv, andere versäumten es schlicht, die Heimarbeit technisch zu ermöglichen. Die Pandemie aber ließ vielen in Berufen, die sich grundsätzlich von zu Hause aus erledigen lassen, keine Wahl. Sie katapultierte die deutsche Arbeitswelt ins 21. Jahrhundert – auf einen in anderen Industrienationen längst etablierten Standard.

    Arbeitnehmer genossen die Vorteile – mehr Flexibilität, keine langen Wege zum Arbeitsplatz –, aber auch die Nachteile spürten viele. Manchen Mitarbeitern fehlt der persönliche Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen. Wer neu ist, hat es schwerer, sich einzufinden.

    Dann gibt es noch das Problem, dass man sich kaum mehr bewegt – also ungesünder lebt. Und wer Kinder zu Hause hat, hat vermutlich ohnehin genug von der schönen neuen Arbeitswelt und will einfach nur zurück ins Büro.

    Die Pandemie hat gezeigt: Es spricht nichts dagegen, Menschen von zu Hause aus arbeiten zu lassen, wenn sie dies wollen. Es spricht aber auch vieles dafür, ihnen weiterhin den Büroarbeitsplatz zu ermöglichen. Die Essenz aus all dem ist: Arbeitnehmer müssen die Wahl haben.

    Mehr: Der deutsche Homeoffice-Boom in Zahlen

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