1. Startseite
  2. Meinung
  3. Kommentare
  4. Glasfasernetze: Telekom setzt auf „Super-Vectoring“ statt Netzausbau

Kommentar„Super-Vectoring“ reicht für den Ausbau des schnellen Internets nicht aus

Die Telekom schaltet am Mittwoch für viele Deutsche schnelleres Internet frei. Langfristig sollte sie jedoch auf andere Technologien setzen.Stephan Scheuer 31.07.2018 - 19:50 Uhr Artikel anhören

Der Konzern schaltet am Mittwoch in Millionen Haushalten das „Super-Vectoring“ frei. Doch ohne Glasfaserkabel geht in Zukunft nichts.

Foto: dpa

In vielen deutschen Häusern und Wohnungen ist deutlich schnelleres Internet verfügbar. Die Telekom schaltet am Mittwoch sechs Millionen Haushalte für das sogenannte „Super-Vectoring“ frei. Auf Basis alter Telefon-Kupferleitungen sind Geschwindigkeiten von bis zu 250 Mbit pro Sekunde möglich, allerdings nur bei Haushalten, die auch nah an mit Glasfaser ausgerüsteten Verteilerkästen hängen.

Damit will die Telekom zu den Kabel-Wettbewerbern aufschließen, die schon heute deutlich schnellere Geschwindigkeiten anbieten. Das Problem ist jedoch: „Super-Vectoring“ ist nur eine Brückentechnik. Bis zum Jahr 2025 soll eigentlich EU-weit die vierfache Geschwindigkeit von bis zu einem Gigabit pro Sekunde etabliert werden. Und die sind bislang mit den technisch hochgerüsteten Telefon-Kupferdrähten der Telekom nicht erreichbar.

Die Bonner führen zwei Argumente für die Technik an: Zum einen lasse sich ihre bestehende Infrastruktur mit relativ geringen Kosten auf „Super-Vectoring“ umstellen. Zum anderen seien viele Verbraucher noch nicht bereit, für einen Glasfaseranschluss bis ins Haus oder die Wohnung auch das nötige Geld zu bezahlen.

Das stimmt zwar im Moment. Doch schon eine „Killer-Applikation“ kann reichen, damit sich das grundlegend ändert, etwa eine besonders aufwendige Virtual-Reality-Anwendung.

Tritt dieser Fall ein, läuft die Telekom Gefahr, nicht schnell genug umstellen zu können. Anbieter wie Vodafone müssen zwar erst beweisen, dass ihre Kabelnetze wirklich die versprochenen Gigabit-Geschwindigkeiten leisten. Allerdings können sie zu Recht darauf verweisen, dass das Kabelnetz schon heute oftmals eine höhere Geschwindigkeit bietet als das „Super Vectoring“ der Telekom.

Anstatt sich zu sehr auf die Brückentechnik zu konzentrieren, sollte die Telekom besser mit vollem Einsatz den Glasfaserausbau vorantreiben. Das ist langfristig ihre größte Stärke.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt