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Kommentar Telekomnetz und Inhalte aus einer Hand – mit dieser Vision ist AT&T gescheitert

Die Übernahme von Time Warner hat sich als teurer Fehlkauf entpuppt. Statt Synergien zu heben, hat der Deal den Konzern in allen Bereichen geschwächt.
17.05.2021 - 17:56 Uhr 1 Kommentar
Weniger als drei Jahre nach der milliardenschweren Übernahme des Medienkonzerns Time Warner vollzieht der US-Telekomgigant mit der Ausgliederung der Sparte eine Kehrtwende. Quelle: AP
AT&T-Filiale in New York

Weniger als drei Jahre nach der milliardenschweren Übernahme des Medienkonzerns Time Warner vollzieht der US-Telekomgigant mit der Ausgliederung der Sparte eine Kehrtwende.

(Foto: AP)

Schon wieder ist eine Mode vorbei, bevor sie richtig gegriffen hat: Die Kombination von Telekommunikationsnetzen und Medieninhalten. Vor fünf Jahren war der US-Konzern AT&T mit der Vision angetreten, alles aus einer Hand anzubieten. Mit der Übernahme von Time Warner und des TV-Satelliten-Betreibers DirecTV wollte AT&T nicht nur die Netze und Anschlüsse bieten, sondern auch gleich die Inhalte produzieren, die dann über Handys, Fernseher und Computerbildschirme der Kunden ausgestrahlt werden.

Zwei Jahre lang kämpfte der Konzern auch gegen erhebliche politische Widerstände um die Fusion. 2018 wurde die 81 Milliarden Dollar schwere Übernahme endlich genehmigt. Doch nur drei Jahre später stellt sich heraus, dass die Idee nicht aufging. AT&T macht seine Megaübernahme von Time Warner rückgängig und konzentriert sich wieder aufs Kerngeschäft. Die Mediensparte wird jetzt mit Discovery fusioniert und an die Börse gebracht.

Es ist eine späte und sehr teure Erkenntnis. Aber die Kombination von Telekomnetzen, Satelliten-TV und Inhalten hat schlicht keine großen Vorteile gebracht. Im Gegenteil: AT&T ist durch die Megaübernahme zu einem der am stärksten verschuldeten US-Unternehmen geworden.

Dadurch waren dem Konzern die Hände gebunden, um in wichtige Zukunftsfelder zu investieren. AT&T konnte weder in der Telekommunikation punkten noch bei den medialen Inhalten für das boomende Streaminggeschäft. Statt zusammen stark zu werden, wurde AT&T in beiden Feldern schwach.

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    Spielraum für Investitionen fehlte

    In der Telekommunikation liefen AT&T nicht nur die Festnetzkunden davon, die wie bei den Konkurrenten ganz auf den Anschluss zu Hause verzichten. Auch im Mobilfunk konnte AT&T kaum in das wichtige 5G-Netz investieren und verlor so an Boden gegenüber Verizon und dem aggressiven Angreifer T-Mobile US. Der einst stolze Gigant wurde in der Branche als Baustelle belächelt.

    Im Streaminggeschäft hatte AT&T mit Time Warner zwar große Marken wie HBO und CNN im Portfolio, aber wegen der engen finanziellen Lage nicht wirklich genug Spielraum für Investitionen, um mit Netflix und anderen Anbietern mitzuhalten.

    Die Vision von dem Anbieter, der alles aus einer Hand liefert, bleibt eine unrealistische Fantasie. Netflix und Co. zeigen, dass man kein Telekomnetz braucht, um bei Inhalten erfolgreich zu sein. Und der Erfolg von T-Mobile beweist, dass man auch als reiner Telekomanbieter erfolgreich sein kann – ohne seine Kunden mit eigenen Inhalten zu überschütten. Den Kunden ist es ohnehin egal, wer die Inhalte produziert, die sie auf dem Smartphone konsumieren.

    Mehr: AT&T und Discovery: Die Folgen des Streamingdeals reichen bis auf den deutschen Markt

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Telekomnetz und Inhalte aus einer Hand – mit dieser Vision ist AT&T gescheitert"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Sehr geehrte Frau Kort,

      leider eine glatte Themaverfehlung von Ihnen. Die Idee, Plattform und Inhalte zu kontrollieren und somit die gesamte Wertschöpfungskette macht sehr viel Sinn und war die richtige strategische rationale. Auch die Telekom praktiziert das im Übrigen in Deutschland erfolgreich. Es gibt viele weitere Beispiele auf der ganzen Welt. Die strategische Umsetzung war in diesem Fall das Problem, nicht die Strategie der damaligen Akquisition von TW durch AT&T.

      Und natürlich ist es den Kunden egal wer den Content auf Ihre Endgeräte liefert. Den Unternehmen ist es doch aber nicht egal wer den zahlenden Kunden kontrolliert. Sie haben da womöglich etwas durcheinander gebracht.

      Mit freundlichen Grüßen

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