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Geschwindigkeitsbegrenzung

Verkehrsschild auf der A59.

(Foto: dpa)

Kommentar Tempo 120 auf Autobahnen – find‘ ich gut

Die Forderung nach einer generellen Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen ist zwar alt, sie bleibt trotzdem richtig.
20 Kommentare

Die Deutsche Umwelthilfe hat in dieser Woche die Forderung nach einem Tempolimit von 120 km/h auf deutschen Autobahnen erneuert. Das ist gut und richtig.

Der Absender der Botschaft ist zwar derzeit bei vielen Politikern verschrien – wegen des vehementen Einsatzes für Diesel-Fahrverbote in Innenstädten. Doch das macht die Debatte über eine generelle Geschwindigkeitsbeschränkung nicht falsch.

Die DUH steht auch nicht allein auf weiter Flur: Grüne und Linke, das Umweltbundesamt, der Verkehrsclub Deutschland – sie alle wollen, dass das Tempo mindestens auf 120 beschränkt wird.

Natürlich wird mit der Forderung ein vermeintlich deutsches Kulturgut angegriffen: „Freie Fahrt für freie Bürger“.

Doch um die Emissionen in Deutschland zu begrenzen, sollte dennoch ein maßvolles Tempolimit gesetzt werden. Und das aus mehreren Gründen:

• Auch, wenn es keine über alle Zweifel erhabenen Schätzungen über das Ausmaß gibt: Die Emissionen würden in jedem Falle reduziert, vor allem auch beim klimaschädlichen Kohlendioxid.

• Die Umsetzung ist leicht und schnell möglich. Es müssten nicht einmal Schilder aufgestellt werden – höchstens ein paar Schilder mit 130 km/h-Beschränkung abgebaut.

• Die durchschnittlichen Fahrtzeiten würden sich für die meisten Fahrten nur unwesentlich verändern.

Umwelthilfe: „Wir fordern Tempo 120 auf deutschen Autobahnen“

• Die mögliche Sorge der Autoindustrie, dass PS-starke Modelle nicht mehr gefragt sein könnten, ist unbegründet. In den USA, dem Land des Tempo 100, hat ein Neuwagen im Schnitt 230 PS.

• Deutschland wäre vorbereitet auf die Zukunft: Sensoren selbstfahrender Autos haben mit hohen Geschwindigkeitsunterschieden zu kämpfen. Denn die Systeme sind für den Weltmarkt ausgelegt. Und in fast allen Ländern gibt es längst ein Tempolimit.

• Deutschland sendet ein starkes Signal an andere Staaten, dass auch altbewährte Verhaltensweisen im Kampf gegen den Klimawandel nicht heilig sind.

Die Zahl der Deutschen, die das Recht auf grenzenloses Rasen für wichtig halten, nimmt übrigens ab. Deutschland kann seinen Exotenstatus getrost aufgeben.

Die Zeit für eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf Autobahnen ist reif.

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20 Kommentare zu "Kommentar: Tempo 120 auf Autobahnen – find‘ ich gut"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Jeder kann seine Meinung haben, aber warum muß dann diese Meinung unbedingt gleicht zum Verbot für alle werden. Eigentlich war klar, daß diese alte Sau mal wieder durch das Dorf getrieben werden muß. Deswegen wird sie auch nicht fetter.
    Die Argumente sind auch schon alle ausgetauscht worden. Schlimm genug, daß es so ein Kommentar durch die Redaktionskonferenz schafft und das im HB - bei SPON hätte es mich nicht gewundert.
    Im Sinne der Überschrift: Tempolimit auf unseren Autobahnen (da wo noch keine sind) ist völlig unnötig und grundsätzlich abzulehnen.

  • Es hätte mich auch sehr gewundert, wenn in der öffentlichen Diskussion nicht mal wieder dieses alte Thema revitalisiert wird, dass dem Klassendenken vieler Gutmenschen sicher voll in die Karten spielt. Offensichtlich haben wir sonst kein ernstes Problem mehr in diesem Land? Wie schön für uns!
    Da die Durchschnittsgeschwindigkeit auf deutschen Autobahnen angeblich bei 130 Km/h liegt, (was mir vor dem Hintergrund der gefühlt ununterbrochenen LKW Überholvorgänge sehr hoch vorkommt) ist der ökologische Effekt wohl mehr als zweifelhaft? Was bleibt dann noch für ein Argument?
    Die Sicherheit? Ich kann zumindest für mich sagen, das monotone Fahrweise mich schneller ermüdet und nicht zur Steigerung meiner Aufmerksamkeit beiträgt.
    Tatsächlich sind ja ohnehin schon sehr viele Autobahnabschnitte mit Tempolimits belegt. Den Autofahrern würde mit einem generellen Tempolimit zunächst mal ein Stück Freiheit im Kopf genommen. Verkehrstechnisch und ökologisch wäre die Veränderung wohl überschaubar. Was bringt es, individuelle Freiheit immer weiter einzuschränken? Ist es der Gedanke, dass alle möglichst im Gleichschritt laufen sollen? Wozu das?
    Unserer Autoindustrie täte ein generelles Tempolimit auf Autobahnen auch nicht gut! Ich weiß, dass interessiert niemanden mehr, aber es ist eine unserer letzten Schlüsselindustrien, die wir gerade selbst so emsig kaputt reden.
    Wenn wir schon etwas sinnvolles auf deutschen Autobahnen umsetzen wollen, sollten diese in Häufigkeit und Dauer inzwischen unzumutbaren LKW Überholvorgänge beendet werden. Das wäre aus Sicherheitsaspekten, wirtschaftlich und ökologisch die wesentlich angebrachtere Maßnahme.

    J. Enders

  • Der Raser, durch den Menschen zu Schaden kommen, begeht auch jetzt schon eine Straftat, da er eine unangemessene Geschwindigkeit fährt. Mir fällt immer wieder auf, wie schnell manche Verkehrsteilnehmer bei Nebel, starkem Regen, Aquaplaning etc. unterwegs sind. Da gehöre ich immer zu den Langsameren und schüttele über diese Raser den Kopf, die geschätzt 100-120 fahren, wenn ich selbst höchstens 70-80 für angemessen halte!

  • Mit der gleichen Argumentation kann man auch Kreuzfahrten verbieten, Urlaubsreisen ins Ausland allgemein und viele andere Sachen. Natürlich hat das eine Auswirkung, aber die Frage ist doch, wie viel Freiheit geben wir für wie viel Ersparnis auf?

  • Ich wäre grundsätzlich todunglücklich, wenn meine Kinder zu Schaden kämen, auch z. B. durch Passivrauchen...

  • Herr Torsten Zerfaß
    19.12.2018, 16:29 Uhr
    "Z. B. Rauchen: Für überhaupt nichts gut und killt jedes Jahr deutlich mehr Menschen als Unfälle, die auf Geschwindigkeiten >120 zurückzuführen sind"

    Und wenn Ihre Kinder durch einen Raser tötlich verunglücken, dann sehen Sie es vielleicht auch ein, dass Ihre Meinung etwas daneben ist. Oder?

  • Hier geht es vorwiegend um Gängelei und Gleichmacherei! Ich persönlich finde es keineswegs entspannend, bei freier, gerader, trockener Strecke mit 120 rumzugurken. Wenn es wirklich um sachliche Erwägungen geht, dann gibt es jede Menge andere Dinge, die man dann ja auch verbieten und reglementieren kann. Z. B. Rauchen: Für überhaupt nichts gut und killt jedes Jahr deutlich mehr Menschen als Unfälle, die auf Geschwindigkeiten >120 zurückzuführen sind und belastet die Gesundheitssysteme mit Unsummen. Alkoholfreie Getränke sind alkoholischen Getränken vorzuziehen, da diese ebenfalls viele Menschen töten oder krank machen. Also Alkoholische Getränke verbieten! Oder Interkontinentalflüge zu Urlaubszwecken. Auch nicht wirklich nötig und pusten Millionen Tonnen Schadstoffe in die obere Atmosphäre. Also verbieten oder eine willkürlich gewählte maximale Flugstrecke vorschreiben! USW. USW. USW.
    Laßt den Leuten doch ihre kleinen Sünden und Freiheiten! Freie Fahrt für freie Bürger!

  • Die DUH kann sich über eine vierstellige Spende von mir freuen in den nächsten Tagen.

  • Ein Tempolimit finde ich auch gut, dann aber bitte wirklich die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h.
    Aber ob das Einfluss auf die Umwelt hat bezweifle ich doch.
    Mir geht es nur um das entspannte Fahren wie z.B. in Belgien und Holland und das es auf
    alle Fälle auch weniger Verkehrstote gibt. Die einzige Fortbewegung die der Mensch einigermaßen
    unfallfrei beherrscht ist ja das Gehen.
    Und die Autoindustrie wird auch weiterhin ihre Premiummarken verkaufen, in unseren Nachbarländern
    fahren ja auch genug deutsche hochwertige Automodelle herum und das trotz Tempolimit.

  • So so, Herr Dowideit findet es gut...., entgegen Herrn Dowideits Meinung gibt es hochreputierte und durchaus belastbare Studien, die das genaue Gegenteil belegen! Ich würde mir wünschen, dass die adressierte Thematik qualifizierter recherchiert und diskutiert wird. Subjektive Versimplifizierung gepaart mit naiver, rot-grüner Gleichmacherei entwickeln perspektivisch weder die Innovationen der deutschen Autoindustrie weiter noch stärken sie unser freiheitlich- demokratisches und möglichst selbstbestimmtes Weltbild.

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