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Kommentar Theodor Weimer sorgt bei Deutscher Bank und Deutscher Börse für Unsicherheit

Die Unklarheit, ob der Börsenboss in zwei Jahren Chefkontrolleur von Deutschlands größtem Geldhaus wird, ist für alle Beteiligten unangenehm.
18.05.2020 - 18:30 Uhr Kommentieren
Als Chefkontrolleur der Deutschen Bank müsste sich der 60-Jährige deutlich zurücknehmen, denn das Institut braucht keinen Neben-CEO. Quelle: Reuters
Theodor Weimer

Als Chefkontrolleur der Deutschen Bank müsste sich der 60-Jährige deutlich zurücknehmen, denn das Institut braucht keinen Neben-CEO.

(Foto: Reuters)

In seiner Hauptversammlungsrede an diesem Dienstag äußert sich Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer zu vielen Themen. Doch die entscheidenden Fragen beantwortet er in seinem vorab veröffentlichten Statement nicht. Erfüllt er seinen bis Ende 2024 laufenden Vertrag als Börsenchef? Oder tritt er vorzeitig ab, um 2022 Aufsichtsratschef der Deutschen Bank zu werden?

Am Mittwoch soll Weimer als einfaches Mitglied in das Kontrollgremium des Frankfurter Geldhauses gewählt werden. Und viele sehen ihn als Favoriten, um in zwei Jahren die Nachfolge von Chefkontrolleur Paul Achleitner anzutreten. In diesem Fall müsste Weimer seinen Chefposten bei der Börse aufgeben.

Dass Weimer in naher Zukunft für Klarheit sorgt, ist unwahrscheinlich. Mitarbeiter und Investoren müssen wohl noch länger mit der Unsicherheit über die künftige Aufstellung der führenden deutschen Finanzkonzerne leben. Die Börse weiß nicht, ob sie bald einen neuen CEO braucht. Und die Deutsche Bank weiß nicht, ob Weimer 2022 als Chefkontrolleur zur Verfügung steht. Das ist für beide Seiten keine angenehme Situation.

Unter dem Strich ist es für den hiesigen Finanzsektor wichtiger, dass die Deutsche Bank einen starken Chefkontrolleur bekommt, wie es Weimer einer wäre. Für die Deutsche Börse wäre sein vorzeitiger Abgang zwar schade, aber keine Katastrophe. Um das Unternehmen müsste man sich dank seines robusten Geschäftsmodells auch unter einem anderen Chef keine Sorgen machen. Selbst im Chaosjahr 2017, als es wegen der geplatzten Fusion mit der Londoner Börse und eines Verfahrens gegen Ex-Chef Carsten Kengeter drunter und drüber ging, fuhr der Konzern solide Gewinne ein.

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    Bei der Deutschen Bank sieht die Lage fundamental anders aus. Das Institut schreibt seit Jahren rote Zahlen und ist trotz des eingeleiteten Großumbaus noch lange nicht über den Berg. Achleitner ist für diese Misere mitverantwortlich. Viele Investoren sehnen sich deshalb nach einem Neuanfang unter Weimer.

    Mit seiner langjährigen Erfahrung als Banker und seinem Netzwerk bei Investoren, Finanzmarktaufsehern und Politikern bringt der 60-Jährige viele Voraussetzungen mit, um das Amt zu übernehmen. Offen ist jedoch die Frage, ob er sich als Aufsichtsratschef auf die Beratung und Kontrolle des Vorstands beschränken würde.

    Wer das Energiebündel Weimer kennt und erlebt hat, mit wie viel Elan er die Deutsche Börse umgekrempelt hat, kann daran zumindest Zweifel haben. Als Chefkontrolleur der Deutschen Bank müsste sich Weimer deutlich zurücknehmen. Denn das Institut braucht keinen Neben-CEO, sondern einen Aufsichtsratschef, der mit Vorstandsboss Christian Sewing harmoniert und den Umbau der Bank entschlossen vorantreibt.

    Mehr: Die Deutsche Börse profitiert von der Coronakrise, allerdings nur kurzfristig.

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