Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Treffen von Biden und Putin: Kaum Hoffnung auf ein Ende der Eiszeit

Der Kremlherr belastet das erste Gipfeltreffen der beiden Präsidenten mit gezielten Provokationen. Doch die Welt braucht Schritte hin zur Abrüstung.
14.06.2021 - 10:16 Uhr Kommentieren
Das Verhältnis zwischen Biden und Putin ist schon lange schlecht – bereits vor zehn Jahren gab es große Antipathien. Quelle: AP
Joe Biden und Wladimir Putin 2011

Das Verhältnis zwischen Biden und Putin ist schon lange schlecht – bereits vor zehn Jahren gab es große Antipathien.

(Foto: AP)

Düsseldorf Als sich Ronald Reagan und Michail Gorbatschow 1985 zum ersten Mal trafen, in Genf, erreichten sie zunächst keine konkreten Ergebnisse. Aber der Erfinder von Glasnost und Perestroika läutete mit dem Entwickler von Sternenkriegsszenarien eine große Abrüstungswelle ein und ein Ende des Kalten Kriegs.

Wenn sich Joe Biden und Wladimir Putin am Mittwoch in Genf treffen, ist die Lage ähnlich vertrackt: Die meisten Rüstungskontrollverträge sind obsolet oder laufen aus, und wenn es auch keinen neuen kalten Krieg zwischen Ost und West gibt, so sind die Beziehungen der USA und der EU mit Russland doch wieder auf einem Gefrierpunkt.

Doch es gibt einen großen Unterschied heute zu 1985: Kam der KPdSU-Generalsekretär Gorbatschow mit der Idee eines gemeinsamen Hauses Europa und dem Willen zu Frieden, so vergeht vonseiten Putins in den letzten Monaten kaum ein Tag ohne neue Provokationen.

Der russische Oppositionsführer Alexej Nawalny, dessen sofortige Freilassung USA und EU fordern, sitzt nicht nur weiter in Haft. Er wird dort nachts auch fast stündlich geweckt, wegen angeblicher Fluchtgefahr. Er spricht von Folter. Seine Anti-Korruptions-Organisationen wurden Ende voriger Woche endgültig als „extremistisch“ verboten. Damit sind Nawalny-Mitarbeiter jahrelang von Wahlen ausgesperrt.

Immer neue Details über russische Cyberangriffe werden bekannt. Der Kreml hat die USA, die EU und Tschechien auf eine neu geschaffene Liste „unfreundlicher Staaten“ gesetzt. Pünktlich vor dem Treffen mit Biden stieg auch Russland aus dem Open-Skies-Abkommen aus, das durch gegenseitige Patrouillenflüge Vertrauen in Grenzregionen schaffen sollte. Und immer wieder weist der Kremlherr auf seine neuen Hyperschallraketen hin.

Belastet ist das Verhältnis Bidens zu Putin ohnehin: Wegen des versuchten Mordes an Nawalny nannte der US-Präsident seinen Moskauer Counterpart einen „Killer“. Bei ihrem ersten Treffen 2011, Biden war damals Vizepräsident und Putin Regierungschef, sagte der Amerikaner ihm: „Ich denke nicht, dass Sie eine Seele haben.“ Und laut Bidens Biografie habe Putin geantwortet: „Wir verstehen uns.“

Die Chancen auf einen großen Gipfeldurchbruch sind also denkbar gering. Aber der Abrüstungspolitiker Biden wird bis zuletzt hoffen, dass wenigstens der Einstieg in neue Rüstungskontrollgespräche gelingt. Das wäre wichtig für die ganze Welt. Denn es ist – in Anspielung an James Bond – auch keine Lösung, wenn es am Ende heißt: „From Russia without love“.

Mehr: Warum Putins Abschottungskurs Russland schadet

Startseite
Mehr zu: Kommentar - Treffen von Biden und Putin: Kaum Hoffnung auf ein Ende der Eiszeit
0 Kommentare zu "Kommentar: Treffen von Biden und Putin: Kaum Hoffnung auf ein Ende der Eiszeit"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%