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Kommentar Trotz Fachkräftemangel kaum steigende Gehälter – Für Arbeitnehmer gibt es dennoch gute Nachrichten

Deutschlands Unternehmen haben ihre Personalkosten gut im Griff. Langfristig haben Arbeitnehmer aber einen handfesten Vorteil.
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Den Fachkräftemangel bezeichnen inzwischen die meisten Firmen als größeres Risiko für ihre Geschäftsaussichten als einen möglichen konjunkturellen Abschwung. Quelle: dpa
Es mangelt an Facharbeitern

Den Fachkräftemangel bezeichnen inzwischen die meisten Firmen als größeres Risiko für ihre Geschäftsaussichten als einen möglichen konjunkturellen Abschwung.

(Foto: dpa)

Vielen Arbeitnehmern erscheinen die täglichen Schlagzeilen über Deutschlands Fachkräftemangel wie Hohn. Warum, so fragen sich nicht nur Mechatroniker, Ingenieure und Softwareentwickler, steigen die Gehälter nicht stärker, wenn doch so viele Unternehmen händeringend Personal suchen?

Den Fachkräftemangel bezeichnen inzwischen die meisten Firmen als größeres Risiko für ihre Geschäftsaussichten als einen möglichen konjunkturellen Abschwung. Dass Personal nur schwer zu finden ist, mag für die Unternehmen misslich sein. Doch Sorgen über ausufernde Personalkosten durch rasant steigende Gehälter müssen sie sich nicht machen.

Richtig ist, dass es Neueinsteigern und Firmenwechslern durchaus gelingt, höhere Löhne auszuhandeln. Das bestätigen Mittelständler genauso wie Großkonzerne. Gehaltssprünge von zehn und mehr Prozent in außertariflichen Verträgen sind keine Seltenheit. Doch das sind Ausnahmen. In der Gesamtsumme wirkt sich das nur hinter dem Komma aus – so wird es wohl auch bleiben.

Die große Mehrheit der Beschäftigten ist wechselunwillig. Den Arbeitgebern gelingt es, ihre Angestellten mit Weiterbildungsangeboten, flexiblen Arbeitszeiten, Jobtickets, Kita-Plätzen und vielen anderen Goodies an sich zu binden. Das Beharrungsvermögen, bei BMW, Daimler, Henkel und Co. oder dem kleinen Mittelständler zu bleiben, ist in Deutschland – traditionell – hoch.

Wer aber (nur) bleibt, handelt schwerlich eine höhere Vergütung aus. Das gelingt nur den Wechselwilligen, die das Risiko eines neuen Arbeitgebers, einer fremden Stadt und eines neuen sozialen Umfelds in Kauf nehmen.

Je mehr Beschäftigte an ihrem Job und Arbeitgeber festhalten und sich nicht wie gute Fußballspieler von der Aussicht auf mehr Geld locken lassen, desto weniger Sprünge hinterlässt der bereits chronische Fachkräftemangel bei den Personalkosten – und schon gar nicht treibt er die deutschen Inflationszahlen nennenswert nach oben, wie es beispielsweise in den USA bei jedem Beschäftigungsboom zu beobachten ist.

Für den Durchschnittsarbeitnehmer gibt es dennoch eine gute Nachricht: Kommt der bislang nur befürchtete Wirtschaftsabschwung tatsächlich, dann haben die heute in Lohn stehenden Fachkräfte gute Chancen, trotz schwacher Auftragslage zu bleiben. Denn eines haben die meisten Unternehmen in den vergangenen Jahren gelernt: Gutes Personal zu finden ist schwierig.

Da werden die Firmen selbst bei miserabler Auftragslage im Zweifel an ihrem Personal festhalten und die finanziellen Lasten in Kauf nehmen. Das ist allemal besser, als im nachfolgenden Aufschwung Aufträge ablehnen zu müssen, weil sich kein qualifiziertes Personal finden lässt.

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