Kommentar Trump gehen in den Verhandlungen mit Nordkorea die Druckmittel aus

Die Gespräche über die nukleare Abrüstung Nordkoreas stocken. China und Südkorea suchen bereits die Annäherung an das Land – Trumps Position ist geschwächt.
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Entgegen der Verhandlungen mit den USA, hat Nordkorea das Atomprogramm wieder fortgeführt. Quelle: AP
Kim Jong Un und Donald Trump

Entgegen der Verhandlungen mit den USA, hat Nordkorea das Atomprogramm wieder fortgeführt.

(Foto: AP)

US-Präsident Donald Trump gehen im Poker um die atomare Abrüstung Nordkoreas offenbar die Finten aus. Wie schon im Mai vor dem historischen Gipfeltreffen mit Nordkorea verlässt er enttäuscht den Verhandlungstisch.

Kurz nachdem US-Außenminister Mike Pompeo seine nächste Nordkoreareise angekündigte hatte, sagte Trump sie prompt über Twitter ab. Nordkorea habe noch nicht genügend Fortschritt bei der Denuklearisierung des Landes gemacht, so Trump. Gleichzeitig bezichtigt er China, nicht mehr wie früher den USA dabei zu helfen, Druck auf Nordkorea auszuüben.

Im Juni noch feierte Trump das erste Gipfeltreffen zwischen den USA und Nordkorea als großen Durchbruch. Doch Nordkoreas Politik bestätigt bisher die Befürchtungen vieler Nordkorea-Experten, dass Trump und Nordkorea sich weiterhin missverstehen. Nordkorea arbeitet laut US-Geheimdiensten weiter an seinem Raketenprogramm.

Nordkorea pocht auf den Wortlaut der gemeinsamen Erklärung, die Kim und Trump in Singapur unterschrieben, und sieht ihn als Zeitplan für eine Reihe von Tauschgeschäften. Wie zu Beginn der Erklärung steht, will Kim zuerst neue Beziehungen zwischen beiden Staaten und dann ein dauerhaftes Friedensregime aufbauen.

Erst danach erneuerte er seinen Willen zur Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel. Aber auch dann ist noch unklar, ob er unter dieser Floskel wie früher eine Abrüstung erst nach einem Abzug der USA aus Südkorea vorsieht oder nicht.

Dummerweise hat Trump mit dem frühen Gipfel auch seine Druckmittel geschwächt. China lässt bereits wieder mehr Waren nach Nordkorea durch. Trump hofft zwar, dass der geopolitische Rivale nach einem Ende des Handelsstreits die Sanktionen der Vereinten Nationen wieder härter umsetzt. Aber auch dies ist wohl Wunschdenken. China hat umgeschaltet von Kriegsvermeidung auf die Wahrung seines Einflusses auf Nordkorea.

Trumps größte Hoffnung ist ausgerechnet Südkoreas Präsident Moon Jae In, der für seine Politik einer Annäherung an den Norden seinerseits die Sanktionen aufweichen will. Im September plant er das dritte innerkoreanische Gipfeltreffen dieses Jahres. Und ein Regierungssprecher kündigte am Montag bereits an, dass Moon dann wie zuvor wieder den Vermittler zwischen Trump und Kim spielen würde.

Nur ist bisher nicht klar, welche Kompromisse möglich sind. Trumps Maximalforderung hat wohl keine Chance mehr. Er muss Kim schon Gegenleistungen bieten, um wenigstens die Verhandlungen am Laufen zu halten.

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