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Kommentar Trump hat den Nährboden für den Hass der Briefbombenbauer bereitet

Bomben gegen Politiker zeigen eine erschreckende Radikalisierung in den Vereinigten Staaten. US-Präsident Donald Trump ist mitverantwortlich.
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Eine Reihe linker Politiker und Medien haben in den vergangenen Tagen Briefbomben zugestellt bekommen. Quelle: AFP
Polizei-Einsatzkräfte vor dem Time-Warner-Gebäude in New York

Eine Reihe linker Politiker und Medien haben in den vergangenen Tagen Briefbomben zugestellt bekommen.

(Foto: AFP)

Die Briefbombenserie gegen linksliberale Politiker und Prominente erschüttert die USA. Noch sucht das FBI nach Täter oder Täterkollektiv, doch eine vergleichbare Bedrohungslage auf dem Postweg hat das Land zuletzt 2001 erlebt, als fünf Menschen durch Anthraxpulver starben.

Jetzt, kurz vor den Halbzeitwahlen am 6. November, steht der Verdacht rechten Terrors im Raum. Denn die Empfänger, darunter die Clintons, die Obamas, Ex-CIA-Chef John Brennan oder der Schauspieler Robert de Niro, sind allesamt Trump-Kritiker und zugleich Gegner rechtsradikaler Bewegungen. Das Motiv der Bombenserie ist noch unklar, und bevor man endgültige Schlüsse zieht, sollte man die Ermittlungen abwarten.

Doch für den Nährboden solcher Taten ist Trump schon jetzt verantwortlich, unabhängig vom Ausgang der Ermittlungen. Seine Wahl 2016 war Symptom einer voranschreitenden Polarisierung, als Präsident treibt er die Spaltung voran. Er tut das bewusst, um seine Anhänger zu euphorisieren. In Trumps Reden wird der Justizapparat zum Saboteur, die Medien werden zu „Feinden des Volkes“, Linksliberale zum „Mob mit der Abrissbirne“.

Meinungen sind Ideologien gewichen. Das passiert vor allem deshalb, weil der US-Präsident auf großer Bühne den Diskurs mit Hass und Häme tränkt. Diese Woche bekannte er: „Ich bin ein Nationalist, okay? Nehmt das Wort in den Mund, benutzt es.“ Der Begriff ist eng mit den Rechtsextremen verbunden, die physische Gewalt als Teil ihrer Bewegung verstehen.

Trump adelte den Begriff mit präsidialem Stolz, ohne Rücksicht auf Risiken. Zwar wurde in der US-Politik schon vor Trump schmutzig gekämpft, und politisch motivierte Gewalt gibt es auch im linken Lager. Der republikanische Abgeordnete Steve Scalise etwa wurde 2017 bei einem Baseballspiel schwer verletzt, als er von einem Linksradikalen angeschossen wurde.

Trump hätte die Pflicht, aus allen Gewalttaten zu lernen und die Lager zu beruhigen. Doch Wutausbrüche sind ihm wichtiger, als die Risiken für sein eigenes Land zu bedenken.

 

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