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Kommentar Trump hat sich im Irankonflikt in eine Falle manövriert

Zwischen Provokation und Beschwichtigung: Dem US-Präsidenten gehen im Irankonflikt die Optionen aus. Widersprüchliche Signale erhöhen die Gefahr einer Eskalation.
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Die diplomatischen Drähte zwischen Washington und Teheran sind nahezu dahin. Quelle: dpa
Donald Trump

Die diplomatischen Drähte zwischen Washington und Teheran sind nahezu dahin.

(Foto: dpa)

Wenn in der kommenden Woche die Staatenlenker zur UN-Generalversammlung strömen, werden sie Zeuge einer schizophrenen US-Außenpolitik. 17 Monate nachdem Donald Trump den Rückzug aus dem Internationalen Atomabkommen verkündete, ist der Irankonflikt kein Stück näher an einer Befriedung, sondern steuert auf eine Eskalation zu.

Trump hat sich in eine Falle manövriert, die sich mit jeder neuen Provokation aus Teheran weiter schließt. So erklärte der Präsident nach den Angriffen auf eine saudi-arabische Ölraffinerie, die USA stünden „mit geladener Waffe“ bereit – nur um wenig später zu betonen, er wolle einen militärischen Konflikt vermeiden.

Widersprüchliche Signale wie diese zeigen, dass Trump mit der Komplexität seines Amtes überfordert ist. Denn der Irankonflikt ist nichts, was sich auf die Schnelle mit Strafzöllen oder einem symbolischen Händedruck vor Kameras lösen ließe.

Auf der einen Seite will Trump eine Intervention in Nahost vermeiden. Auch deshalb weil er zur Wiederwahl mit dem Versprechen antritt, die USA aus Konflikten herauszuhalten. Doch gleichzeitig scheint Trump es nicht zu ertragen, vor seinen Anhängern als zaghaft dazustehen. Er hält den Willen zu politischen Kompromissen für Schwäche.

Für den Moment will Trump seinen Außenminister nach Saudi-Arabien schicken, um weitere Schritte zu erörtern. Die USA öffnen damit die Tür für eine Kooperation, noch bevor sie wissen, was sie konkret unternehmen wollen. Unter anderen Umständen würde ein US-Präsident dafür gelobt werden, dass er eine Situation ausloten will, bevor Entscheidungen fallen.

Gefährliche Ratlosigkeit

Doch hinter Trumps Manövern verbirgt sich keine Besonnenheit, sondern gefährliche Ratlosigkeit. Seit Monaten nehmen die Drohgebärden zwischen Washington und Teheran an Intensität zu, eine klares Ziel der USA ist nicht erkennbar. Die Chance einer unfreiwilligen Eskalation steigt, zumal die diplomatischen Drähte zwischen Washington und Teheran weitgehend dahin sind.

Inzwischen kann Trump nur noch zwischen schlechten Optionen wählen: Ist der Iran für die Angriffe verantwortlich und unternimmt Trump nichts, wirken seine Drohungen müde und hohl, die USA stünden schwächer da denn je. Das würde den Iran ermutigen, weitere Angriffe in der Region zu unternehmen und die Weltwirtschaft durch Attacken auf Tanker und Infrastruktur zu gefährden.

Greift Trump unbedacht zu militärischen Mitteln, sind die geopolitischen Folgen kaum kalkulierbar. Spätestens jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, sich international und im Konsens über einen Ausweg zu beraten. Doch die Grundlagen dafür hat Trump mutwillig zerstört, als er sich dazu entschied, europäische Partner regelmäßig vor den Kopf zu stoßen.

Mehr: Die gelähmte Nation – Wie Trumps Politik den USA schadet.

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1 Kommentar zu "Kommentar: Trump hat sich im Irankonflikt in eine Falle manövriert"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wo steht eigentlich geschrieben, dass man sich gegen einen Aggressor und das ist Saudi Arabien im Fall Jemen unzweifelhaft, nicht wehren darf.
    Saudi Arabien kauft Waffen von den USA in Milliardenhöhe , die im Jemen eingesetzt werden.
    Dann ist es doch nur legitim wenn die Huthi sich im Iran Drohnen kaufen.
    Ein Aggressor sollte nie sich sein, dass er auch im eigenen Land angegriffen werden kann.
    Die Saudis sind da wohl reichlich naiv.

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