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Kommentar Trump ist nicht das größte Problem von Harley-Davidson

Der Motorradhersteller leidet unter dem Handelskonflikt. Aber die Probleme sitzen tiefer: Statt Rebellen fahren Rentner die US-Ikone.
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Harley-Davidson verdient immer noch rund eine Milliarde Dollar im Jahr. Quelle: dpa
Motorradhersteller

Harley-Davidson verdient immer noch rund eine Milliarde Dollar im Jahr.

(Foto: dpa)

Im Jahr 1951 beschwerte sich Harley-Davidson bei der US-Regierung über Dumpingpreise und unlauteren Wettbewerb, vor allem vom britischen Konkurrenten Triumph. Die Produkte der Ausländer sollten mit einem Zoll von 40 Prozent belegt werden. Ein Jahr später senkte die „US Tariff Commission“ den Daumen, bezichtigte Harley-Davidson, den Wettbewerb einschränken zu wollen.

Wie die Zeiten sich ändern. Jetzt kämpft der Motorradhersteller gegen die Abschottungspolitik von Präsident Donald Trump. Harley-Davidson leidet unter dem Handelskonflikt zwischen den USA und der EU. Laut den neuen Quartalszahlen fällt die Gewinnmarge um einen halben Prozentpunkt. Die neuen Zölle kosten Harley-Davidson bis zu 110 Millionen Dollar im Jahr.

Harley-Davidson verdient aber immer noch rund eine Milliarde Dollar im Jahr und wird bald seine Produktion „optimieren“, also nach Europa verlagern. Damit umgeht Harley-Davidson nicht nur die Einfuhrtarife der EU. Wichtiger ist die Nähe zum europäischen Markt. Der gewinnt für das US-Unternehmen immer mehr an Bedeutung. Der Absatz von Motorrädern stieg in Europa in der Zeit vom April bis einschließlich Juni 2018 um 3,6 Prozent auf fast 17 900 Stück.

Nicht Trump ist die größte Sorge von Harley-Davidson. Ein Blick auf den US-Markt zeigt das wahre Problem. Dort fiel der Absatz im zweiten Quartal um 6,4 Prozent auf 46 500 Stück. Der negative Trend hält schon seit Jahren an.

Die Marke gilt bei jungen Amerikanern als alt. Die sehen in Harley-Davidson nicht mehr Rebellen wie Marlon Brando in dem Film „Der Wilde“ oder Peter Fonda in „Easy Rider“, sondern ihren Vater oder Großvater, die auf einer Harley den Ruhestand verbringen.

Der Imagewandel setzt dem Hersteller zu. Die Marke besitzt in Europa oder Asien noch einen anderen Klang, aber auch dort wird sie an Schwung verlieren. Der Handelskonflikt verstärkt die Probleme von Harley-Davidson, die Ursachen aber liegen tiefer.

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