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Kommentar Trump richtet eine perfide Botschaft an Amerikas Studierende

In der Pandemie beschneidet der US-Präsident das Aufenthaltsrecht von Studierenden. Wieder einmal bricht ein Stück Faszination weg, die die Welt lange für die USA hegte.
09.07.2020 - 08:34 Uhr Kommentieren
Wenn die Universität nur Onlinekurse anbietet, werden keine Einreisevisa mehr ausgestellt. Quelle: REUTERS
Donald Trump foppt Auslandsstudenten

Wenn die Universität nur Onlinekurse anbietet, werden keine Einreisevisa mehr ausgestellt.

(Foto: REUTERS)

Seit dieser Woche zählen die USA erstmals mehr als drei Millionen positiv getestete Corona-Fälle. Angesichts der Pandemie dürften sich viele Menschen im Land nach Berechenbarkeit sehnen – auch die ausländischen, die sich nur temporär in den USA aufhalten. Für Letztere hat Trump eine perfide Botschaft parat: Ihr seid jetzt erst recht nicht willkommen.

Jüngstes Beispiel ist die Entscheidung der Heimatschutzbehörde, ausländischen Studenten mit Ausweisung zu drohen. Wer sein Visum behalten will, muss physisch an Lehrveranstaltungen teilnehmen, so die Vorschrift. Viele Hochschulen planen für das Herbstsemester allerdings verstärkt Onlinekurse. Manche wollen fast ausschließlich digital lehren, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren.

Aus europäischer Perspektive ist die Entscheidung mehr als schräg. Denn müssten die USA nicht stolz darauf sein, dass die Digitalisierung gerade in Krisenzeiten funktioniert? Die US-Regierung sollte diese Bemühungen finanziell fördern.

Abgesehen davon ist eine Hochschule, der die internationalen Studenten weglaufen, auch für junge Menschen mit US-Pass kein attraktiver Ort. Wieder einmal bricht ein Stück Faszination weg, die die Welt lange für die USA hegte. Dass jedes Jahr auch 10.000 Deutsche in die USA zum Studieren gehen, war stets ein Vertrauensbeweis in die Spitzenforschung und -lehre, die im sonst maroden Bildungssystem der USA ein Lichtblick sind.

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    Nun kann sich niemand mehr sicher sein, welche Einschränkung als Nächstes kommt. Dabei spülen ausländische Studierende jährlich über 40 Milliarden US-Dollar in die amerikanische Wirtschaft. Große und kleine Firmen rekrutieren Talente direkt vom Campus weg.

    Trump handelt nur im Sinne des Wahlkampfs

    Leidtragende sind auch Lehrende, die einem unnötigen Risiko ausgesetzt werden, wenn Unis unter Druck geraten, die Seminarräume zu öffnen. Man muss Trump vorwerfen, nur im Sinne des Wahlkampfs zu handeln. Die Vorschrift geht Hand in Hand mit Einschränkungen für Visa von Hochqualifizierten und Green-Card-Beschränkungen, die insbesondere indische und chinesische Staatsbürger treffen.

    Unabhängig von Ausländern an den Unis entblößt die Pandemie Amerikas Bildungskrise im großen Stil. In keinem Bereich klafft eine so große Lücke zwischen Wohlstand und Armut wie hier. Doch die Prioritäten der US-Regierung liegen woanders. Die ersten Kitas – die ohnehin für die meisten Bürger unbezahlbar sind – gehen pleite, weil ihnen die Gelder ausgehen. Schulen will Trump ab Herbst ohne einen Finanzierungsplan öffnen.

    Trump ist nicht der erste Präsident, der Amerikas Bildungskrise ignoriert. Aber er ist der erste, der sie inmitten einer Pandemie noch verschlimmert.

    Mehr: Vorwurf der Nichte: Trump soll bei Uni-Zulassung getäuscht haben

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