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Kommentar Trump stärkt seine größten Feinde: Iran und den Islamischen Staat

Im Verhältnis zu Iran und Syrien ist der US-Präsident gefangen zwischen zwei Ideologien. Am Ende könnte er sich damit selbst schaden.
14.10.2019 - 17:21 Uhr Kommentieren
Der US-Präsident will sich aus internationalen Konflikten so weit wie möglich heraushalten. Quelle: AFP
Donald Trump

Der US-Präsident will sich aus internationalen Konflikten so weit wie möglich heraushalten.

(Foto: AFP)

Donald Trump liebt Erfolgsmeldungen, die er seinen Anhängern präsentieren kann. „Wir haben den Islamischen Staat besiegt“ ist einer der Sätze, für den er sich stets auf Kundgebungen feiern ließ. Doch jetzt brechen IS-Terroristen in Nordsyrien aus Gefängnissen aus, weil Trump über Nacht amerikanische Soldaten abziehen ließ und eine türkische Invasion gegen die Kurden ermöglichte.

Von einem Sieg gegen den IS spricht Trump nun nicht mehr. Stattdessen preist er seine Kehrtwende in der Syrienpolitik als entscheidenden Fortschritt auf dem Weg zum Ziel, die USA aus teuren und tödlichen Konflikten heraushalten zu wollen. Dabei drängten seine Berater bis zuletzt darauf, eine amerikanische Truppenpräsenz in der Region sei vorerst unabdingbar. Gegen Trumps Impulsivität waren sie am Ende machtlos.

Trump scheint in seiner Außenpolitik gefangen zwischen zwei Ideologien: Einerseits setzt er auf maximale Abschreckung, etwa durch eine massive Aufstockung des Militärbudgets und über aggressive Drohungen. Andererseits bedeutet sein Versprechen von „America first“ auch, jegliches internationales Engagement zu drosseln. Diese beiden Ansätze stehen sich diametral entgegen. Trump hat weder im Verhältnis zum Iran noch aktuell in der Syrienpolitik vermocht, diesen Widerspruch aufzulösen.

Gut ein Jahr vor den Präsidentschaftswahlen hat er sich in Syrien für einen Alleingang entschieden und die ohnehin fragile Balance zerstört. Die Konsequenzen werden noch lange zu spüren sein, und sie könnten am Ende auch Trumps Wahlkampfkalkül torpedieren. Denn kaum ein Thema kann so viel diffuse Angst auslösen wie die Vorstellung freilaufender Terroristen, die auf Rache an den USA sinnen.

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    Auch geopolitisch beweist die US-Regierung unter Trump erneut, dass sie ein gefährliches Machtvakuum in Kauf nimmt, ohne Rücksicht auf Verluste. Wenn die Kurden, einstige Verbündete der USA, nun die Hilfe Assads und Russlands in Anspruch nehmen wollen, ist das eine dramatische Entwicklung. Es droht ein Konflikt zwischen türkischen und syrischen Truppen. Trump hat mit seiner Entscheidung zudem den Iran gestärkt, obwohl er dessen Einfluss doch eigentlich zurückdrängen wollte.

    Selbst die angekündigten Sanktionen gegen die Türkei wirken in diesem Kontext nicht wie eine selbstbewusste Aktion der mächtigsten Nation der Welt, sondern wie eine Verzweiflungstat. Anstatt seinen Radius der Macht auszuweiten, hat Trump ihn selbst verschuldet eingeengt. Bislang verfügten die USA immerhin über Spielraum in der Region – jetzt schaut Washington vom Seitenrand zu.

    Mehr: Der Einmarsch der Türkei hat die Kurdenmiliz YPG in die Hände des syrischen Präsidenten getrieben.

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