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Kommentar Trump und Bidens Streit über die Ukraine-Affäre schadet beiden Seiten

Die Affäre um Donald Trumps Druck auf die Ukraine könnte seine Präsidentschaft beenden – aber auch den demokratischen Herausforderer Joe Biden treffen.
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Der Ex-Vize-Präsident ist auch in die Affäre um US-Präsident Donald Trump in der Ukraine involviert. Quelle: AFP
Joe Biden

Der Ex-Vize-Präsident ist auch in die Affäre um US-Präsident Donald Trump in der Ukraine involviert.

(Foto: AFP)

Wer jetzt schon triumphiert, dass der jüngste Ukraine-Skandal das Ende der Ära Donald Trump einläuten könnte, der sollte sich nicht zu früh freuen. Vieles weist zwar darauf hin, dass der US-Präsident den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski massiv gedrängt hat, die Tätigkeit von Joe Bidens Sohn für ein ukrainisches Gasunternehmen zu überprüfen. Damit könnte der Präsident seine Befugnisse überschritten haben, um schmutzige Geschichten über einen Gegner im Wahlkampf herauszufinden. Der Ruf nach einem Amtsenthebungsverfahren wird laut.

Doch tatsächlich könnte sich die ganze Geschichte als Bumerang erweisen. Sie bringt den Wählern erneut ins Gedächtnis, dass Joe Bidens Sohn Hunter im April 2014 – also einen Monat nach der Annexion der Krim vonseiten Russlands – einen lukrativen Posten bei dem ukrainischen Gaskonzern Burisma angetreten hat. Burisma gehört einem ukrainischen Oligarchen und hat seinen steuerlichen Sitz auf Zypern.

Der Jurist Hunter Biden hatte damals weder eine besondere Ukraine-Expertise noch Erfahrung im Gassektor vorzuweisen und war erst wenige Monate zuvor wegen Kokainkonsums aus der Navy-Reserve entlassen worden, in die er dank einer Ausnahmeregelung ohne Militärausbildung gekommen war. Er war jedoch der Sohn des US-Vizepräsidenten, der die Ukraine zuvor zu mehr Unabhängigkeit von Russland gedrängt hatte.

Für seine Dienste bei Burisma erhielt er laut „New York Times“ bis zu 50.000 Dollar im Monat. Hinzu kommt noch, dass die USA Druck gemacht hatten, sodass der Generalstaatsanwalt, der damals unter anderem Burisma untersuchte, 2016 gehen musste, weil er angeblich zu russlandfreundlich war und nicht genug gegen die Korruption im Land getan hat. Die ausgewechselte Staatsanwaltschaft hat nichts Sträfliches gefunden und die Untersuchungen gegen Burisma eingestellt. Das Ganze hat ein Geschmäckle.

Das heißt nicht, dass Trump nicht verwerflich gehandelt hat, als er den Präsidenten der Ukraine drängte, sich direkt mit seinem persönlichen Anwalt Rudy Giuliani in Verbindung zu setzen. Aber wenn die Trump-Kritiker sich jetzt auf das Thema stürzen, dann muss ihnen klar sein, dass der Präsidentschaftskandidat Joe Biden mindestens genauso viel riskiert.

Der Fall Biden bedient alle Vorurteile, die nicht nur Trump-Wähler gegenüber Politikern haben: dass sie ihre Position ausnutzen, um sich und ihre Familie zu bereichern. Allein schon aus moralischem Anstand hätte Hunter Biden den Posten bei Burisma nicht annehmen dürfen, und sein Vater hätte ihm davon abraten müssen. Jetzt zu behaupten, die beiden hätten nie über die Geschäfte gesprochen, ist eine lahme Ausrede.

Mehr: US-Präsident Trump soll den ukrainischen Präsidenten gedrängt haben, die Tätigkeit von Joe Bidens Sohn für ein ukrainisches Gasunternehmen zu überprüfen.

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