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Kommentar Trump unterliegt im Nahen Osten einer Illusion

Einen neuen Atomdeal mit dem Iran anzustreben ist richtig. Die jüngste Eskalation ist dafür aber die denkbar schlechteste Basis. Trump hat sich als Verhandlungspartner unmöglich gemacht.
12.01.2020 - 13:13 Uhr Kommentieren
Der US-Präsident will den Atomdeal mit dem Iran neu verhandeln. Quelle: dpa
Donald Trump

Der US-Präsident will den Atomdeal mit dem Iran neu verhandeln.

(Foto: dpa)

So als wäre die Sache nicht schon tragisch genug, gibt es jetzt auch noch ein versehentlich abgeschossenes Passagierflugzeug mit 176 Todesopfern. Drei Tage hatte das Regime jegliche Mitschuld an dem Unglück geleugnet, jetzt musste es zugeben: Die iranischen Militärs sind verantwortlich. 

Die iranische Bevölkerung ist zu Recht empört und protestiert. Die Zeit der martialischen Drohungen aus Teheran ist erst einmal vorbei. Leise Töne dominieren nun die Kommunikation – mit gutem Grund: Das Regime hat das Land in eine ungünstige Lage manövriert – nicht nur mit der Flugzeugtragödie. 

Erst die unzähligen Provokationen gegenüber den Amerikanern, die in dem aus Teheran ferngesteuerten Sturm auf die irakische US-Botschaft gipfelten. Wer die Politik Donald Trumps der vergangenen Jahre beobachtet hat, hätte ahnen können, dass der Präsident sich das nicht bieten lassen würde. Auch die abgefeuerten Raketen auf US-Stützpunkte im Irak, die nur ja keinen Schaden anrichten durften, sind bloß ein Akt der Hilflosigkeit.

Nun gibt es durchaus Diplomaten, vor allem auf amerikanischer Seite, die in dieser Hilflosigkeit die große Chance sehen. Die Chance auf einen neuen, umfassenden Deal unter Beteiligung der Europäer. Trump selbst hat es so vorgeschlagen. Doch wie realistisch ist das? Noch reicht die Fantasie nicht, sich vorzustellen, Irans Präsident Hassan Ruhani setzte sich in absehbarer Zeit mit einem Mann an einen Tisch, der den wichtigsten General und Strategen seines Landes töten ließ. Auch das würde die heimische Kulisse kaum goutieren.

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    In einem Punkt freilich liegt Trump richtig: Der Atomdeal, auf den die Europäer so stolz sind, hat die Iraner nicht davon abgehalten, ihre zynischen Stellvertreterkriege, denen Hundertausende von Menschen zum Opfer fielen, in vielen Ländern der Region zu führen.

    Unrecht hat Trump, wenn er glaubt, er hätte mit der staatlichen Exekution des Generals und weiteren Wirtschaftssanktionen die Basis für allumfassende Verhandlungen gelegt. Das Gegenteil ist der Fall: Die jüngste Eskalation hat lediglich den Zeitpunkt näher rücken lassen, an dem der Präsident sich entscheiden muss: die iranische Atombombe zu akzeptieren oder einen offenen Krieg zu führen.

    Mehr: Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran kehrt zunächst etwas Ruhe ein. Doch die Skepsis bleibt, denn Teheran droht mit weiteren Angriffen auf US-Ziele.

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