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Kommentar Trumps Auftritte sind schwer zu ertragen – doch er trifft auch richtige Entscheidungen

Viele Aktionen des US-Präsidenten würden bei normalen Politikern für einen Rücktritt genügen. Dennoch hat er bewiesen, dass er auf unliebsame Botschaften hören kann.
14.04.2020 - 04:04 Uhr 4 Kommentare
Der US-Präsident hat auch in der Coronakrise bereits für viel Aufsehen gesorgt. Quelle: AP
Donald Trump

Der US-Präsident hat auch in der Coronakrise bereits für viel Aufsehen gesorgt.

(Foto: AP)

Es ist nicht einfach, Donald Trump in der Corona-Pandemie gerecht zu werden. Das Helmut Schmidt zugeschriebene Zitat „In der Krise zeigt sich der Charakter“ trifft auf den amerikanischen Präsidenten ganz besonders zu.

Seine Tweets und seine Auftritte gemeinsam mit der Corona-Taskforce des Weißen Hauses offenbaren immer wieder Trumps große Schwächen, allen voran Narzissmus und mangelnde Impulskontrolle.

Viele einzelne Szenen, die sich da Tag für Tag im Briefing-Room des Weißen Hauses abspielen, würden bei normalen Politikern locker für einen Rücktritt reichen. Etwa wenn Trump den Bürgern der USA erst eröffnet, dass schätzungsweise 200.000 von ihnen an der Corona-Pandemie sterben werden, um sich wenige Minuten später dafür zu feiern, dass er die beliebteste Person bei Facebook sei. Was nicht einmal stimmt.

Es passt ins Bild, dass Trump sich nun die Forderung zu eigen zu machen scheint, seinen überaus beliebten Coronaberater Anthony Fauci zu feuern. Der hat in einem Interview vorsichtige Kritik am Krisenmanagement des Weißen Hauses geübt. Sollte Trump Fauci wirklich entlassen, wäre das eine ausgesprochene politische Dummheit, die den Präsidenten gerade bei moderaten US-Bürgern viele Sympathien kosten würde.

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    Am Osterwochenende wurde zudem bekannt, dass der Präsident frühzeitige Warnungen von Ministern und Beratern vor der Pandemie ignoriert hatte, weil er um keinen Preis den Wirtschaftsboom in den USA gefährden wollte. Ja, das klingt ganz nach dem Trump, den wir zu kennen glauben.

    Aber zur Wahrheit gehört auch: Auf einen amerikanischen Präsidenten wie auf jeden anderen Regierungschef prasseln täglich derart viele Aktenvermerke und Anrufe ein, dass irgendjemand am Ende immer sagen kann, er habe es ja gleich gesagt.

    „Ich werde Anthony Fauci nicht feuern, ich habe nur jemanden retweeted“

    Trump kann durchaus unliebsame Botschaften hören

    Zur Aufgabe eines Regierungschefs gehört es aber nicht, blind den Empfehlungen einzelner Minister oder Experten zu folgen, seien es nun Mediziner oder Ökonomen. Spitzenpolitiker müssen zwischen den Positionen und den damit verbundenen Gütern abwägen.

    Das hat Trump getan, und im Rückblick hat er wahrscheinlich einige Wochen zu lange darauf gesetzt, dass sich das Virus ohne Shutdown der Wirtschaft besiegen lässt. Was falsch war, aber deshalb nicht notwendigerweise fahrlässig.

    Dass Trump durchaus auf unliebsame Botschaften hören kann, hat er bewiesen, als er seine Shutdown-Empfehlung bis Ende April verlängerte. Ursprünglich wollte Trump die US-Wirtschaft zu Ostern wieder öffnen.

    Ausgeredet hat ihm diese Idee unter anderem sein Berater Fauci, indem er Trump vor Millionen von Corona-Toten in den USA warnte. Auf dauerhafte Dankbarkeit sollte der Mediziner dafür besser nicht hoffen.

    Mehr: Heikle Verbindung zu Trump: Die Deutsche Bank in der Zwickmühle.

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    4 Kommentare zu "Kommentar: Trumps Auftritte sind schwer zu ertragen – doch er trifft auch richtige Entscheidungen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Jeder Corona-Tote ist einer zuviel. Bezogen auf die Einwohnerzahl weisen derzeit andere Staaten höhere Todesraten als die USA auf. (Spanien, Italien, Belgien, Frankreich, UK). Wenn die Hotspots der Pandemie in Millionenmetropolen wie Wuhan, New York und London scheinen die Probleme größer zu sein.
      Die Bürgermeister der großen Städte sind derzeit besonders gefordert und zwar weltweit.

    • Unter Lahmen ist der Humpler König.

    • Es ist sehr traurig, dass die USA in dieser existentiellen Krise, einen Präsidenten haben, der auch jetzt noch nur an Wahlkampf und Spaltung denkt, anstatt das Land zu einigen und zu führen. Einige der Fehler, die gemacht worden sind, kann man nachvollziehen, und es ist nicht sicher, dass die Kritiker selbst bessere Entscheidungen getroffen hätten. Aber immer weiter zu lügen, zu verfälschen, zu verletzen und zu beleidigen ist jetzt einfach nicht hilfreich. Dieser Präsident ist der stinkende Eiterpickel einer dysfunktionalen politischen Konstellation, der sogar die Selbstheilungskräfte der Amerikanischen Demokratie nicht mehr gewachsen zu sein scheinen.

    • Nein, Herr Müller: Ihre letzten zwei Sätze sind nachweisbar falsch. Ich gehe davon aus, dass Sie das auch wissen, daher nenne ich Sie ein Lügner. Und wegen der Sätze davor ein Polemiker.

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