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Kommentar Trumps letzter großer Angriff auf die Fed ist ein Warnsignal für Investoren

Der noch amtierende US-Präsident zettelt erneut einen Streit mit der Notenbank über Corona-Hilfen an. Anleger sehen sich so mit der von Trump geschaffenen neuen Realität konfrontiert.
23.11.2020 - 16:24 Uhr Kommentieren
Die Unabhängigkeit ist das größte Gut der Notenbank. Quelle: Reuters
Fed-Gebäude in Washington

Die Unabhängigkeit ist das größte Gut der Notenbank.

(Foto: Reuters)

Denver Es ist nicht das erste Mal, dass Donald Trump und Jerome Powell anderer Meinung sind. Der US-Präsident hatte den von ihm ernannten Notenbankchef bereits vor zwei Jahren scharf wegen dessen Zinspolitik kritisiert – und mit einer jahrzehntelangen Tradition gebrochen, dass sich Präsidenten nicht öffentlich in die Geldpolitik einmischen.

Dass Trump nun einen Teil der Hilfsprogramme der Fed nicht verlängern will, ist eine neue und gefährliche Eskalation. Die Zusammenarbeit zwischen Finanzminister Stephen Mnuchin und Fed hat seit Beginn der Coronakrise trotz aller Differenzen erstaunlich gut funktioniert und war der wahrscheinlich wichtigste Grund dafür, dass sich die Finanzmärkte nach den Turbulenzen im März so schnell erholt haben.

Die Fed hat für ihr schnelles und umfangreiches Eingreifen viel Lob bekommen. Zum ersten Mal überhaupt kündigte sie den Kauf von bestimmten Unternehmensanleihen an und baute verschiedene Kreditprogramme auf, um Mittelständlern und Kommunen zu helfen. Das war nur möglich, weil das Finanzministerium 454 Milliarden Dollar für mögliche Kreditausfälle bereitstellte. Allein hätte die Notenbank dieses Risiko nicht tragen wollen.

Mnuchin hat recht: Die Notfallgelder wurden kaum abgerufen, die Programme sind bei Unternehmern und Kommunen nicht besonders beliebt, weil sie am Kapitalmarkt oft bessere Konditionen bekommen.

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    Doch es ist ein Trugschluss zu glauben, dass die Notfallhilfen deshalb abgezogen werden sollen. Allein die Tatsache, dass die Notenbank im Ernstfall als Geldgeber der letzten Instanz bereitsteht, half dabei, dass sich die Märkte beruhigt haben.

    Joe Biden, der am 20. Januar ins Weiße Haus einziehen wird, hat bereits signalisiert, dass er die Entscheidung von Trump und Mnuchin rückgängig machen könnte. Doch der Schaden, den Trump hier anrichtet, ist größer, als den Finanzmärkten für ein paar Wochen wichtige Unterstützung zu entziehen.

    Fed ist ohne Finanzministerium weniger effektiv

    Die Aktion ist ein Warnsignal an Investoren, die sich seit den Rettungsaktionen der Fed im März in Sicherheit wähnten. Die Fed wird im Notfall schon einspringen, lautet das Mantra. Und: Am Ende wird es auch ein neues, großes Konjunkturpaket geben.

    Nun sind Anleger zum ersten Mal seit Langem mit einer neuen Realität konfrontiert. Unter Trump wird es vermutlich keine neuen Hilfen für die Wirtschaft geben.

    Obwohl gerade eine neue, schwere Infektionswelle die Wirtschaft im ganzen Land lähmt. Die Fed kann zwar auch ohne die Notfallgelder des Finanzministeriums weiter stützend einwirken. Doch sie ist in einer Pandemie längst nicht so effektiv, wie sie sein könnte, wenn die Regierung weiter hinter ihr stünde.

    Mehr: US-Finanzministerium und Fed streiten um Corona-Hilfen

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