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Kommentar Trumps Nahost-Friedensplan ist gefährlich für Israel

Kappt Palästinenserpräsident Abbas wie angekündigt alle Beziehungen zu Israel, wäre davon auch die Kooperation der Sicherheitskräfte betroffen. Die Terrorgefahr würde steigen.
03.02.2020 - 15:05 Uhr Kommentieren
Von der Idee eines Friedensplans, der beiden Seiten gerecht wird, ist aus Sicht von Palästinenserpräsident Abbas nicht mehr viel übrig. Quelle: dpa
Donald Trump und Benjamin Netanjahu (r.)

Von der Idee eines Friedensplans, der beiden Seiten gerecht wird, ist aus Sicht von Palästinenserpräsident Abbas nicht mehr viel übrig.

(Foto: dpa)

Israelis und Palästinenser kämpfen seit Jahren erbittert um territoriale Ansprüche in der Region. Trotzdem haben sich beide Seiten vor einigen Jahren auf eine Zusammenarbeit der Sicherheitskräfte zum Schutz vor Anschlägen geeinigt. Die palästinensische Polizei und der Geheimdienst teilten immer wieder nachrichtendienstliche Informationen mit der israelischen Armee.

Zahlreiche Terroranschläge in Israel und ein Erstarken der Hamas konnten so oftmals verhindert werden. Durch die palästinensische Unterstützung hat Israel so über lange Zeit einen unbezahlbaren Schutz genossen.

Das könnte sich jetzt ändern. Am Wochenende hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas angekündigt, alle Beziehungen zu Israel zu kappen. Damit reagiert er auf Donald Trumps Nahost-Friedensplan.

Mit dem Verlust der palästinensischen Unterstützung würde Israel vielleicht seinen wichtigsten Akteur in Sachen Grenzschutz verlieren. Die Hamas, der sogenannte Islamische Staat und andere Israel-feindliche Milizen werden es so viel einfacher haben, Anschläge im Land zu verüben. Die Terrorgefahr für Israel steigt damit um ein Vielfaches an. Dieser Schuss ging eindeutig nach hinten los.

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    Der wunde Punkt in Trumps Nahostplan für Abbas und für viele arabische Länder ist klar: Jerusalem soll die „ungeteilte Hauptstadt“ Israels bleiben. Zum Verständnis: Für Juden, Christen und Muslime ist Jerusalem eine heilige Stadt, in der sie schon seit Jahrhunderten um ihren Platz ringen. Alle drei Weltreligionen schreiben diesem Ort in der Tora, in der Bibel und im Koran eine heilige Bedeutung zu.

    Außerdem sieht Abbas in Trumps Plan eine Verletzung der Abkommen von Oslo. Dort haben 1993 die ersten geheimen Treffen zwischen Palästinensern und Israelis unter norwegischer Vermittlung stattgefunden. Das Ziel: Ein Friedensplan, der beiden Seiten gerecht wird. Auf dieser Basis war eine Zusammenarbeit möglich. Von der damaligen Idee ist jetzt aus Sicht von Abbas nicht mehr viel übrig.

    Dass dieser Plan solche Folgen nach sich ziehen könnte, kann nicht im Sinne Trumps und des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu sein. Der Architekt von Trumps Nahost-Plan ist im Übrigen kein anderer als Topberater und Schwiegersohn Jared Kushner. Er ist orthodoxer Jude, seine Familie ist eng mit Netanjahu befreundet. Dass ein Mann mit diesem Hintergrund über die Zukunft der Palästinenser berät, finden auch viele Israelis befremdlich.

    Der Friedensplan schafft damit vermutlich keinen Frieden, sondern nur ein weiteres Kapitel im unendlichen Nahostkonflikt.

    Palästinensische Regierung lehnt Trump-Friedensplan als „Verschwörung“ ab

    Mehr: Der Nahostplan des US-Präsidenten Donald Trump sieht eine Zweistaatenlösung vor. Die Palästinenser lehnen den Plan ab. Eine Analyse.

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