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Kommentar Tsipras sendet die falschen Signale an die Märkte

Die Rückkehr Griechenlands an den Kapitalmarkt verzögert sich. Dafür trägt auch der griechische Premier Alexis Tsipras die Verantwortung.
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Die Märkte bleiben mit Blick auf Griechenland misstrauisch. Quelle: dpa
Alexis Tsipras

Die Märkte bleiben mit Blick auf Griechenland misstrauisch.

(Foto: dpa)

„Wenn wir erst einmal regieren, werden die Märkte nach unserer Pfeife tanzen“, versprach 2014 der damalige Oppositionsführer Alexis Tsipras seinen Landsleuten. Eine naive Annahme des Linkspopulisten – und ein teurer Irrtum.

Kein Land der Euro-Zone hat eine schlechtere Bonität, kein anderer Staat der Währungsunion muss den Anlegern für seine Schuldpapiere so hohe Risikozuschläge zahlen wie Griechenland. Inzwischen gibt sich Tsipras zwar kooperativ, setzt die Vorgaben der Geldgeber mehr oder weniger folgsam um. Aber die Märkte tanzen immer noch nicht nach seiner Pfeife. Das ist an den hohen Bondrenditen abzulesen.

Die Risikozuschläge sind zu einem Teil dem aktuellen Haushaltsstreit der Europäischen Kommission mit Italien geschuldet. Auch die drohende Finanzkrise in der benachbarten Türkei und der Exodus der Anleger aus den Schwellenmärkten spielen hinein. Diese externen Faktoren erschweren die Rückkehr des Landes an den Markt. Aber das Misstrauen der Märkte hat vor allem mit Griechenland selbst zu tun.

Die Ausgangslage nach dem Ende des Hilfsprogramms ist denkbar ungünstig. Die Staatsschulden belaufen sich auf 180 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Trotz der jüngst beschlossenen Schuldenerleichterungen hält der IWF Griechenlands Schuldentragfähigkeit nur bis 2038 für gesichert, danach nicht mehr.

An der Schuldenproblematik kann Tsipras allein zwar wenig ändern. Aber er vertieft das Misstrauen der Märkte durch seine Politik. In der Koalition, die Tsipras 2015 mit den Rechtspopulisten einging, knirscht es. Möglicherweise verliert der Premier schon in wenigen Monaten seine Mehrheit.

So oder so muss 2019 ein neues Parlament gewählt werden. Tsipras hat bereits begonnen, Wahlgeschenke zu verteilen. Er will die schon beschlossene Rentenkürzung stornieren, eine „soziale Dividende“ verteilen und unpopuläre Arbeitsmarktreformen zurückdrehen. Für die Anleger sind das genau die falschen Signale.

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