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Kommentar Tui sollte bei der Vergütung mehr Fingerspitzengefühl beweisen

Die Fehlerbeseitigung im Vergütungssystem mag richtig sein. Änderungen sollte man aber nicht dann durchsetzen, wenn Fehlanreize offensichtlich sind.
11.02.2020 - 15:19 Uhr Kommentieren
Das Vergütungssystem bei Tui hat einen gravierenden Mangel. Quelle: dpa
Tui-Aufsichtsratschef Dieter Zetsche (l) und der Vorstandsvorsitzende Friedrich Joussen

Das Vergütungssystem bei Tui hat einen gravierenden Mangel.

(Foto: dpa)

Was darf ein Manager verdienen? Diese Frage sorgt seit Jahrzehnten für Streit und Diskussionsstoff. Zurzeit beim Reisekonzern Tui. Am Dienstag musste das Unternehmen deshalb deutliche Kritik seiner Anteilseigner einstecken.

Die teils harschen Worte sind nachvollziehbar. Kaum zeigt sich, dass das bestehende Vergütungssystem in schwierigen Jahren gnadenlos zuschlägt und die variable Vergütung ausfällt, soll es zugunsten der Vorstände korrigiert werden. Gleichzeitig durchleben die Aktionäre harte Zeiten: Die Dividende schrumpft.

Die neue Dividendenpolitik lässt ahnen, dass sich daran so schnell wenig ändern wird. Und der Aktienkurs klebt am Boden. Dennoch verdient das emotionale Thema eine sachliche Betrachtung. Hier zeigen sich tatsächlich Schwächen im bestehenden System.

Der Hinweis von Tui-Chef Friedrich Joussen ist durchaus richtig. Die Kapitalrendite setzt falsche Anreize, weil Vorgaben hier dazu verleiten, auf Investitionen zu verzichten. Die massive Krise des Flugzeugkonzerns Boeing zeigt, wohin das am Ende führen kann.

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    Das Vergütungssystem bei Tui hat wie viele andere auch aber vor allem einen gravierenden Mangel. Gerade in schwierigen Zeiten müssen Mitarbeiter und eben auch Vorstände in einem Unternehmen hart arbeiten. Ihnen dann über mehrere Jahre zu sagen, dass sich das nicht im Lohn auszahlt, ist schwierig.

    Der Verweis auf künftig bessere Zeiten greift nicht. In unserer dynamischen Arbeitswelt sind Talente hart umkämpft, man läuft Gefahr, sie an Wettbewerber zu verlieren. Es ist ein systemimmanenter Widerspruch, der sich kaum auflösen lässt. Das ideale Vergütungssystem wurde bisher nicht gefunden. Und es dürfte sich auch kaum finden lassen.

    Zumindest aber sollten Aufsichtsräte bei einer Reform der Regeln künftig mehr Fingerspitzengefühl beweisen. Änderungen sollte man in guten Zeiten durchsetzen und nicht dann, wenn Fehlanreize offensichtlich sind. So riskiert man den Vorwurf der Selbstbedienung.

    Mehr: Aktionärsvertreter kritisieren die geplanten Änderungen am Vergütungssystem des Tui-Vorstands. Dennoch gilt eine Zustimmung als relativ sicher.

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