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Kommentar Twitter warnt vor Trump – das ist problematisch, aber richtig

Twitter hat Aussagen des US-Präsidenten als falsch deklariert. Es war höchste Zeit, dass der Kurznachrichtendienst Verantwortung für Inhalte übernimmt.
27.05.2020 - 15:51 Uhr Kommentieren

Twitter markiert Trump-Tweet als Falschinformation

Der US-Präsident hat gelogen. Das ist nichts Neues. Donald Trump ist bekannt dafür, sich seine eigene Wahrheit auszudenken und wilde Behauptungen aufzustellen, die Gegner diffamieren oder absurde Ideen untermauern sollen.

Neu ist, dass sein Lieblingssprachrohr Twitter ihn einer Lüge überführt und eine seiner Aussagen mit dem Hinweis versieht, wo sich Fakten zum Thema nachlesen lassen. Das ist nicht nur revolutionär für den Kurznachrichtendienst. Das ist auch eine großartige Nachricht für die Demokratie.

Der Präsident sieht das natürlich anders. Für ihn bedeutet der Eingriff das Ende der Redefreiheit. Aber das ist es mitnichten. Denn Twitter hat nichts gelöscht oder zensiert.

Wer auf den Faktenhinweis klickt, kann lediglich nachlesen, dass Trump fälschlicherweise behauptet hat, Briefwahl würde zu Manipulation führen und auch Menschen ohne Wahlrecht die Abstimmung ermöglichen. Das ist natürlich völliger Unfug. Twitter verweist auf Berichte unabhängiger Medien.

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    Unproblematisch ist die Sache trotzdem nicht. Denn Twitter wird niemals alle Inhalte auf seiner Plattform überprüfen können. Stattdessen sind solche Revisionen nur für Beiträge vorgesehen, die gefährlich sind – für das politische System oder die Gesundheit Einzelner. Falsche Aussagen eines US-Präsidenten zur Integrität von Wahlen gehören zweifelsfrei dazu.

    Gefährliches Geschäftsmodell

    Die Notwendigkeit der Auswahl macht das Vorgehen aber dennoch angreifbar – insbesondere wenige Monate vor den US-Wahlen. Man muss kein Trump-Sympathisant sein, um die Gefahr zu sehen, dass die Widerlegung ganz bestimmter Beiträge politisch motiviert sein könnte.

    Doch Nichtstun ist für Twitter auch keine Lösung. Die sozialen Netzwerke haben sich lange darauf berufen, neutrale „Plattformen“ zu sein, die weder etwas dafür können, was ihre Nutzer alles schreiben, noch was andere davon interessiert und von ihnen weiterverbreitet wird.

    Das stimmt so nicht. Twitter, Facebook und andere Netzwerke sind so gebaut, dass sie Kontroversen fördern. Sie profitieren davon, dass Nutzer wie Trump Menschen erregen und zur Gegenrede animieren.

    Würden Twitter und Co. alle Inhalte gleich behandeln, würden sie vielen Nutzern schnell zu langweilig und dann könnten sie ihnen auch keine Werbung mehr zeigen, mit der sie ihr Geld verdienen.

    Dieses Geschäftsmodell ist gefährlich. Darauf hinzuweisen, wenn Nutzer die Realität verlassen und nur noch provozieren wollen, ist das Mindeste, was die Betreiber zu ihrer eigenen Rechtfertigung tun müssen.

    Twitter bekennt sich jetzt zu dieser redaktionellen Verantwortung für seine Inhalte, die andere Medien seit jeher tragen. Trump hat recht, dass seine Freiheiten damit beschnitten werden. Aber das war höchste Zeit.

    Mehr: Trump droht sozialen Medien wie Twitter mit Schließung.

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