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Kommentar Uber-Gründer Travis Kalanick setzt wieder auf eine alte Masche

Kalanick verkauft seine Uber-Anteile, um das Geld in sein neues Projekt zu stecken. Auch hier werden wohl nur die frühen Investoren profitieren.
20.12.2019 - 15:38 Uhr Kommentieren
Der Uber-Gründer baut derzeit mit CloudKitchens sein nächstes Unternehmen auf. Quelle: Reuters
Travis Kalanick im Mai an der New Yorker Börse

Der Uber-Gründer baut derzeit mit CloudKitchens sein nächstes Unternehmen auf.

(Foto: Reuters)

Wer sich fragt, ob Uber-Aktien ein gutes Investment sind, sollte schauen, was Gründer Travis Kalanick mit seinen Anteilen macht. Der hat nämlich 90 Prozent seiner Aktien an dem Fahrdienstvermittler seit dem Ende seiner Zwangshaltefrist am 6. November verkauft. Gegenwert: Rund 2,5 Milliarden Dollar.

Das ist nicht gerade ein Zeichen dafür, dass der in Ungnade gefallene Ex-Chef, der immer noch im Aufsichtsrat sitzt, noch daran glaubt, dass sein Unternehmen aus den Verlusten herauskommen und sich mit den verschiedenen Aufsichtsbehörden weltweit einigen kann.

Wohin das Geld geht, ist auch schon ziemlich klar: Kalanick baut derzeit mit CloudKitchens sein nächstes Unternehmen auf. Bei diesen so genannten Dark Kitchens handelt es sich um Lagerhallen, in denen im großen Maßstab Gerichte vor allem für die zahlreichen Lieferdienste gekocht werden. Sie bieten Restaurants die Möglichkeit, ihr Liefer-Essen zu günstigeren Mieten fernab ihrer Lokale zuzubereiten. Vor allem an der Westküste gibt es zahlreiche Anbieter.

Der saudi-arabische Public Investment Fund, der einst Uber mitfinanzierte, hat bereits 400 Millionen Dollar in CloudKitchens gesteckt. Kalanick selbst hat bereits dreistellige Millionen-Beträge investiert. Mit dem Verkauf seiner Uber-Anteile könnte das nun in die Milliarden gehen. Er selbst hat vollmundig angekündigt, dass CloudKitchens eines Tages größer als Uber sein wird.

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    Wieder einmal handelt es sich um ein Geschäftsmodell, das vor allem auf billigen Arbeitskräften basiert. Bei Uber sind es selbstständige Fahrer, die vom Auto bis zur Versicherung für alles selbst aufkommen und oft 30 bis 40 Prozent Kommission an Uber abgeben müssen. Bei CloudKitchens sind es Köche, die zu Mindestlöhnen in Gewerbegebieten schuften und nicht bei Cloudkitchens, sondern dem jeweiligen Restaurant angestellt sind.

    Mit seinem Vorgehen bestätigt Kalanick alle Vorurteile gegen die so genannten Einhörner: Start-ups, die dank milliardenschwerer Investitionen rasant wachsen, um so schnell wie möglich eine Milliardenbewertung zu erlangen und an die Börse zu gehen. Die Menschen, die mit ihrer Arbeit zu dem Erfolg beitragen, sind nur ein notwendiges Übel und meist auch nicht dort angestellt.

    Auch aus Sicht der Investoren hat sich zuletzt bei Uber, Slack oder Lyft immer das gleiche abgespielt: Die Gründer und die frühen Investoren machen das große Geld. Wer dagegen erst nach dem Börsengang einsteigen kann, hat das Nachsehen. Die viel zu hohen Bewertungen können sich am Markt nicht halten. Wer später einsteigt, wird also das Nachsehen haben. Die Küchenarbeiter haben es sowieso.

    Mehr: Schlappe für Uber: Schon Anfang Januar muss der US-Mobilitätsdienst seine App in Deutschland abschalten – falls man nicht schnell einen Ausweg findet.

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