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Kommentar Uber hat noch kein funktionierendes Geschäftsmodell

Die Schonfrist ist vorbei. Uber muss beweisen, dass man auch dann Geld verdienen kann, wenn man sich an Regeln hält.
25.11.2019 - 17:52 Uhr Kommentieren
Der Vormarsch des Fahrvermittlungs-Dienstes Uber kommt mächtig ins Stottern – dafür ist der Entzug der Lizenz in London nur ein weiterer Beleg. Quelle: AFP
Uber-App

Der Vormarsch des Fahrvermittlungs-Dienstes Uber kommt mächtig ins Stottern – dafür ist der Entzug der Lizenz in London nur ein weiterer Beleg.

(Foto: AFP)

Der Vormarsch des Fahrvermittlungs-Dienstes Uber kommt mächtig ins Stottern – dafür ist der Entzug der Lizenz in London nur ein weiterer Beleg. Es zeigt sich wieder einmal: Der selbst ernannte Regelbrecher hat noch kein Geschäftsmodell entwickelt, das sich in der Realität bewiesen hat.

Es ist leicht, mit geliehenem Geld zu expandieren und sich mit Kampfpreisen gleich zu Beginn eine Art Monopol auf dem angegriffenen Markt zu verschaffen. Wer will nicht billiger von einem Ort zum anderen kommen und das auch noch mit meist freundlicheren Fahrern? Aber die wahre Herausforderung besteht darin, seine Position längerfristig zu behaupten und vor allem dann, wenn man sich an Regeln halten muss, die auch für die Konkurrenz gelten.

Wenn man bei jungen, hochbewerteten US-Firmen einmal den Hype-Nebel vertreibt, dann entpuppen sich – anders als früher bei Facebook oder Ebay – die Geschäftsmodelle als wenig aufregend. Uber ist immer noch ein Taxigeschäft, auch wenn die Plattform fast die gesamte Verantwortung an die Fahrer auslagert. Die Software ist kein Zauberwerk, sondern relativ einfach nachzumachen.

Daher hat das Unternehmen in den USA längst mit starken Konkurrenten wie Lyft, Via und anderen zu kämpfen. Der Börsengang war ein Flop. Noch immer schreibt Uber milliardenhohe Verluste. Die Ausflüge in andere Bereiche wie Essensauslieferungen haben nichts gebracht: Uber Eats schreibt rote Zahlen im dreistelligen Millionenbereich, und Analysten fordern schon, dass das Unternehmen diesen Dienst komplett aufgeben soll. Wie Uber irgendwann einmal Geld verdienen soll, ist bis heute unklar.

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    Natürlich verdanken wir Uber den großen Verdienst, eine verschlafene Branche aufgeweckt zu haben. Heute bieten auch Taxidienste mehr Service und mehr Software. Aber wirklich einzigartig ist Uber nicht. Der große Unterschied zu traditionellen Taxibetreibern ist, dass diese Unternehmen kein Venture-Kapital in Millionenhöhe zugeworfen bekommen. Sie können sich höchstens altmodisch über Banken finanzieren.

    Aber am Ende gilt für beide: Unterm Strich muss ein Gewinn herauskommen, wenn man überleben will. Diese Rechnung zählt nicht nur bei Uber, sondern auch bei anderen hochambitionierten jungen Firmen wie WeWork. Der selbst ernannte Bürovermietungs-Disruptor konnte die Branche nur deshalb durchwirbeln, weil er Milliarden im Rücken hatte und damit Immobilien langfristig teuer mieten und günstig vermieten konnte. Jetzt taumelt er angesichts hoher Verluste.

    Beide Fälle zeigen: Die Schonfrist ist vorbei. Uber und Co. müssen endlich beweisen, dass sie Geld verdienen können, auch wenn sie sich an Regeln halten.

    Mehr: Der Sammeltaxi-Anbieter Moia soll 300 Millionen Euro in seine Fahrdienste investiert haben. Die VW-Tochter will damit nicht nur Uber Konkurrenz machen.

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