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Kommentar Übernahme von Fitbit: Die EU muss Google klare Grenzen aufzeigen

Die EU-Kommission nimmt bei der Fitbit-Übernahme durch Google eine vertiefte Prüfung vor. Die Chancen stehen gut, dass sie Google dabei Zugeständnisse abringt.
05.08.2020 - 16:47 Uhr Kommentieren
Mit der über zwei Milliarden Dollar teuren Übernahme von Fitbit will Google gerade im boomenden Gesundheitsmarkt einen gewaltigen Schritt nach vorn machen. Quelle: Reuters
Fitbit und Google

Mit der über zwei Milliarden Dollar teuren Übernahme von Fitbit will Google gerade im boomenden Gesundheitsmarkt einen gewaltigen Schritt nach vorn machen.

(Foto: Reuters)

Daten sind das Rohöl der Internetökonomie. Niemand setzt die Erschließung der Daten besser um als Google. Der Konzern mit dem mittlerweile zynisch klingenden Claim „Don‘t be evil“ geht dabei systematisch vor. Mit der über zwei Milliarden Dollar teuren Übernahme des Fitnessuhren-Herstellers Fitbit will der Onlineriese gerade im boomenden Gesundheitsmarkt einen gewaltigen Schritt nach vorn machen.

Aus gutem Grund nimmt sich die EU-Kommission das Milliardengeschäft über eine vertiefte Prüfung vor. Das Verfahren ist Ausdruck einer neuen Achtsamkeit im Umgang mit Daten. Die Zeit der Arglosigkeit ist passé. Nun geht es darum, effektive Rahmenbedingungen für die digitale Wirtschaft zu schaffen, die einen fairen und transparenten Wettbewerb in Europa zulassen.

In Brüssel wächst das Misstrauen gegen die Internetgiganten seit Langem. Die entlarvende Anhörung der Techkonzerne Google, Apple, Facebook und Amazon vor dem US-Repräsentantenhaus hat auch Folgen in der EU. Die vertiefte Prüfung der Übernahme von Fitbit durch Google ist quasi ein industriepolitischer Test. Gelingt es der Kommission, Google in dem wettbewerbsrechtlichen Verfahren genügend Zugeständnisse im Umgang mit den Daten der Nutzer abzuringen?

Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Google hat bereits begreifen müssen, dass sich Brüssel mit einfachen Vorschlägen nicht mehr abspeisen lässt. Der US-Konzern wird zwangsläufig erkennen müssen, dass der Datenrausch zumindest in Europa nicht ungehindert fortgesetzt werden kann.

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    Für kleine und mittlere Internetfirmen ist die klare Haltung der EU-Kommission eine gute Nachricht. Denn ihre Geschäftsmodelle werden nur dann eine Marktchance erreichen, wenn eine weitere Ausnutzung der Datenvorteile im Online-Werbemarkt durch Beinahe-Monopolisten wie Google oder Facebook verhindert wird. Für die deutsche Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, die Europa zur digitalen Macht in der Welt machen will, ist das Verfahren daher eine Nagelprobe, ob Versprechen auch eingehalten werden.

    Doch es geht um noch viel mehr – nämlich um das Bürgerrecht auf Privatheit. Der Datenrausch von Google, Apple & Co., der nun auch die Gesundheit erfasst, stellt längst eine gesellschaftliche Bedrohung dar. Die Zeit drängt. Die digitale Nutzung wächst exponentiell. Die Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen in Beruf und Freizeit beschleunigen diesen Trend noch. Die Gefahr von Quasi-Monopolen war noch nie so groß wie heute.

    Mehr: EU-Kommission meldet Bedenken gegen Fitbit-Übernahme durch Google an.

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