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Kommentar Um Corona einzudämmen, braucht es etwas anderes als weitere Verbote

Die Deutschen befürworten zwar strengere Corona-Regeln, befolgen diese aber häufig selbst nicht. Statt neuer Auflagen ist nun etwas anderes nötig.
27.10.2020 - 04:00 Uhr 1 Kommentar
Viele Bürger befürworten strenge Regeln gegen Corona, halten sich jedoch selbst nicht daran. Könnte das ein Grund für steigende Fallzahlen sein? Quelle: dpa
Ein Schild ruft zum Abstandhalten auf

Viele Bürger befürworten strenge Regeln gegen Corona, halten sich jedoch selbst nicht daran. Könnte das ein Grund für steigende Fallzahlen sein?

(Foto: dpa)

Eine interessante Entwicklung lässt sich im deutschen Corona-Herbst beobachten: Die Unterstützung für die Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie ist in der Bevölkerung ungebrochen hoch. Dem jüngsten Politbarometer des ZDF zufolge wünscht sich fast ein Drittel der Bundesbürger sogar noch strengere Vorgaben durch den Staat. Doch zugleich steigen die Infektionszahlen rasant an.

Die gemeldeten Neuinfektionen sind auf einem Niveau angelangt, das sich nicht allein mit dem unverantwortlichen Verhalten einer Minderheit von Maskenverweigerern erklären lässt.

Offensichtlich hat sich in der Gesellschaft eine Kluft aufgetan zwischen der Zustimmung zur Pandemie-Politik von Bund und Ländern und dem tatsächlichen Befolgen der Regeln im Alltag. Die Ursachen dürften vielfältig sein. So könnte es bei einigen Befürwortern strenger Maßnahmen vor allem eine hohe Erwartungshaltung an die Menschen im Allgemeinen geben, während man beim eigenen Verhalten weniger strenge Maßstäbe anlegt.

Dieser Egoismus schimmerte jedenfalls bei der Zwischenbilanz zur Corona-App Ende September durch. Nur etwa die Hälfte der Nutzer, die ein positives Testergebnis erhalten, informieren darüber ihre Kontakte, hieß es da. Es scheint also eine nicht unerhebliche Zahl von App-Nutzern zu geben, die vor allem daran interessiert sind, selbst gewarnt zu werden, statt andere zu warnen.

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    Nach der monatelangen Ausnahmelage dürfte bei vielen Bürgern außerdem eine gewisse Corona-Müdigkeit eingetreten sein, die sie unvorsichtig werden lässt. Auch die persönliche Risikobewertung mag sich für nicht wenige Menschen verändert haben. Die Forschung zum Virus zeigt mittlerweile ganz klar, dass die Gefahr eines schweren Verlaufs außerhalb der Risikogruppen von Hochbetagten und Menschen mit Vorerkrankungen eher gering ist.

    Viel wichtiger waren mildere Mittel wie Absage von Großveranstaltungen

    Dieses Wissen könnte sich – bewusst oder unterbewusst – auf die Abwägungsentscheidungen im Corona-Alltag auswirken.

    Angesichts der steigenden Infektionszahlen sieht sich die Politik unter Zugzwang. Härtere Maßnahmen sind im Gespräch, doch das wäre der genau falsche Weg. In Deutschland waren es im Frühjahr nicht die strengen Kontaktbeschränkungen oder Schließung von Geschäften und Schulen, die den größten Einfluss auf das Infektionsgeschehen hatten.

    Viel wichtiger waren mildere Mittel wie die Absage von Großveranstaltungen – und das vernünftige Verhalten der Bevölkerung schon in den Wochen vor dem Lockdown. Dieser Bürgersinn, der auch durch viele nicht nachvollziehbare Corona-Maßnahmen gelitten hat, muss wiederbelebt werden. Mit Drohungen und Verboten wird sich das aber nicht erreichen lassen.

    Mehr: Viele Anleger erwarten einen zweiten Corona-Crash an den Märkten

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Um Corona einzudämmen, braucht es etwas anderes als weitere Verbote"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ein guter Kommentar. Kommt leider bei den Regierenden nicht an. Sie gefallen sich im neuen Mikro-Management der Bürger. Wie kommen wir da je wieder raus?

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