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Kommentar Um politisch etwas zu verändern, reichen Demonstrationen nicht aus

Die „Fridays for Future“-Demos sind aller Ehren wert, doch verändern werden sie nichts. Wer entscheiden will, muss sich auch politisch engagieren.
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Keine Demos, sondern die Politik entscheidet über die Welt Quelle: dpa
„Fridays for Future“-Demonstration in Berlin

Um Politik nachhaltig zu gestalten, muss man mehr tun, als Schilder in die Luft zu halten und in Sprechchöre einzustimmen.

(Foto: dpa)

Kein Zweifel, Protest ist fast immer etwas Gutes. Protest macht auf Missstände aufmerksam, sorgt für offene Debatten und stärkt Demokratie. Und Protest ist leicht, es braucht keine Bindung, es gibt keinen Zwang. Es reicht, sich einen Termin in der Woche zu merken. Und das ist das Problem, das schreibe ich als 22-Jähriger.

Keine Frage, die Anführer der aktuellen Protestbewegungen, allen voran „Fridays for Future“, opfern mehr als nur ein paar Stunden in der Woche. Sie führen Gespräche mit Politikern und Wissenschaftlern und treten öffentlichkeitswirksam auf. Ihnen ist beim Engagement kein Vorwurf zu machen.

Doch ihnen wäre alles das nicht möglich, wären da nicht die Massen, die hinter ihnen stehen.

Die Tausenden von jungen Demonstranten, deren Zahl sich fast jede Woche weiter steigert. Die es aber gleichzeitig zum Großteil beim Auf-die-Straße-Gehen belassen. So lässt sich Politik nicht nachhaltig gestalten. Um das zu tun, muss man sicherlich nicht Mitglied bei der Jungen Union, der Grünen Jugend oder sonst wo werden. Aber man muss mehr tun, als Schilder in die Luft zu halten und in Sprechchöre einzustimmen.

Weil es bei Protestbewegungen keine Bindung gibt und sie an einem einzigen Thema hängen, droht ihnen häufig schneller der Garaus, als man „Upload-Filter“ sagen kann. Vielmehr müssen sich die Jugendlichen Gehör verschaffen, indem sie sich informieren, mit Entscheidern ins Gespräch kommen und aktiv Vorschläge einbringen. Der einfachste und effektivste Weg, das zu tun, sind nun einmal politische Organisationen oder Verbände.

„Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es wär’ nur deine, wenn sie so bleibt“, sang die Band „Die Ärzte“ im Jahr 2003, als das politische Engagement der Jugend auf dem Tiefpunkt war. Zum Glück, muss man sagen, ist dieser Politikverdruss aktuell auf dem Rückzug.

Doch da hilft keine Demonstration, so groß sie auch ist: Am Ende entscheiden politische Institutionen, ob die Welt so bleibt, wie sie ist, oder nicht.

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