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Kommentar Ungarn, Russland, Türkei: Der Corona-Impfstoff darf nicht zum politischen Spielball werden

In der Coronakrise verfolgen Autokraten eine gefährliche Strategie: Ungarn setzt beim Impfstoff auf Russland, die Türkei auf China. Das ist keine gute Idee.
02.12.2020 - 18:39 Uhr Kommentieren
Corona wird sicher nicht die letzte Pandemie der Menschheit sein. Quelle: dpa
Corona-Impfstoff

Corona wird sicher nicht die letzte Pandemie der Menschheit sein.

(Foto: dpa)

Viktor Orbán und Recep Tayyip Erdogan sind als autokratisch agierende Herrscher mit der EU und den USA immer wieder angeeckt. Vielleicht ist es da sogar logisch, dass beide nicht auf deutsche, amerikanische, britische oder andere westliche Impfstoffe zum Eindämmen der Corona-Pandemie setzen. Aber dass die Türkei aus China einen Impfstoff besorgt, der nicht alle klinischen Studien durchlaufen hat, die zur Zulassung in der EU oder den USA erforderlich wären, ist bedenklich.

Ebenso ist es in Ungarn, wo die dortige Regierung auf „Sputnik V“ setzt. Dieser russische Corona-Impfstoff wurde bereits zugelassen, obwohl die dritte und entscheidende klinische Studie noch gar nicht abgeschlossen ist. Die russischen Forscher haben zuletzt in Zwischenberichten über ihr Vakzin immer wieder den angeblich erreichten Wirkungsgrad so hoch angegeben, dass dieser über dem der westlichen Rivalen Biontech und Moderna lag.

Schon nach der zweiten Testphase hatten angesehene westliche Forscher die russische Studie angezweifelt und ihre Ergebnisse als „gewürfelt“ oder „mit Photoshop bearbeitet“ beurteilt.

„Sputnik V“ kann funktionieren, das soll hier nicht in Abrede gestellt werden. Russland hat hervorragende Wissenschaftler. Aber es ist leichtfertig, ein so dringend erwartetes und erhofftes Mittel zuzulassen, bevor alle Studienphasen sauber durchlaufen und wissenschaftlich bewertet wurden. Das gilt auch für die westlichen Corona-Impfstoffe: Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit.

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    Wir brauchen Vakzine gegen Covid-19 so schnell es geht, um die medizinischen, gesellschaftlichen, psychologischen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie endlich einzudämmen. Aber ein Impfstoff, der am Ende nicht wirklich genauestens nach allen Standards erforscht ist und dann zu erheblichen Nebenwirkungen führt, wäre fatal.

    Dann bräche das mühsam erarbeitete Vertrauen in unsere Medizin und Wissenschaft zusammen. Und dann würden sich viele Menschen auch mit wirksamen Corona-Vakzinen nicht impfen lassen. Die Bekämpfung der Pandemie bekäme ein erhebliches Problem an ihrer wohl wichtigsten Front: dem Impfen.

    Die Auswahl ist wichtig

    Große Teile der Bevölkerung würden erst nach weiteren Ansteckungen und immer mehr Toten immun gegen Covid-19. Und Corona wird sicher nicht die letzte Pandemie der Menschheit sein.

    Deshalb ist die Auswahl richtiger Impfstoffe extrem wichtig und darf kein politisches Spiel sein. Erdogan und Orbán gefährden so möglicherweise ihr Volk. Nicht einmal Polen, das sonst loyal an der Seite Ungarns steht, geht diesen Orbán-Sonderweg mit, sondern setzt auf von der EU bestellte westliche Vakzine.

    Mehr: Biontech und Pfizer wollen zügig ausliefern

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