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Kommentar Unternehmen ohne weibliche Chefs verdienen drastische Sanktionen

Bußgelder für unzeitgemäße Unternehmen sind angemessen. Franziska Giffey könnte auch über eine gesetzliche Quote für Vorstände nachdenken. Ohne Zwang geht es nicht.
9 Kommentare
Die Bundesfamilienministerin will mehr Frauen in die deutschen Chefetagen befördern. Quelle: Reuters
Franziska Giffey

Die Bundesfamilienministerin will mehr Frauen in die deutschen Chefetagen befördern.

(Foto: Reuters)

BerlinUm die Männerclubs der deutschen Wirtschaft ins Visier zu nehmen, braucht es nicht den internationalen Frauentag. Quasi täglich kursieren neue Fakten: Zwei Drittel der Chefetagen börsennotierter Unternehmen sind ausschließlich mit Managern besetzt, im Mittelstand sinkt der Anteil frauengeführter Unternehmen, Frauen verdienen in vielen Berufen immer noch weniger als Männer, ein Großteil der Hausarbeit und Kinderbetreuung bleibt trotz Erwerbstätigkeit an den Frauen hängen.

Die Liste ließe sich beliebig fortführen. Besonders bitter ist es, wenn sich männliche Führungsriegen über Quotenziele mokieren, die sie sich setzen müssen. Oder wie anders soll es gedeutet werden, wenn die deutliche Mehrheit der betroffenen Unternehmen das erklärte Ziel verfolgt, in den kommenden Jahren einen Anteil von Frauen in Führungspositionen von „null“ erreichen zu wollen?

Die fadenscheinigen Argumente in den Geschäftsberichten (die Zielgröße „wahre“ den aktuellen Stand) sind der blanke Hohn. In jedem anderen Bereich setzen sich Managements strategische Ziele und kämpfen darum, diese auch zu erreichen. Nur bei der Gleichstellung gelten offenbar andere Business-Gesetze.

Das belegt auch der armselige Fall der Online-Modeplattform Zalando, die bei der Erweiterung ihres Führungsgremiums nicht mal versuchte anzutäuschen: Für die gesuchte Rolle habe es keine Kandidatin gegeben, lautete die schlichte Behauptung für die 100-Prozent-Männerdomäne.

Es ist also mehr als angemessen, wenn Bundesfrauenministerin Giffey nun für jene Firmen hohe Bußgelder vorsieht, die weiterhin mit einer Nullnummer durchkommen wollen.

Unzeitgemäße Unternehmen verdienen drastische Sanktionen. Giffey könnte auch gleich über eine gesetzliche Quote für Vorstände nachdenken. Denn ohne Zwang geht es nicht. Das hat die Frauenquote für Aufsichtsräte gezeigt, wo es mittlerweile langsam besser aussieht.


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9 Kommentare zu "Kommentar: Unternehmen ohne weibliche Chefs verdienen drastische Sanktionen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Frau Giffey hat leider keine Ahnung, was Frauen wollen!
    Unsere Erfahrung zeigt, dass Frauen mindestens 50% weniger als Männer überhaupt an einer Führungsposition mit entsprechender Verantwortung und Stress interessiert sind, weil sie ihre Prioritäten anders setzen. Wenn die Ausgangsgruppe aber deutlich kleiner ist, dann können hier gesetzliche Regelungen nur wieder in bürokratischem Chaos enden. Wenn eine Frau in die Chefetage möchte, dann hat sie gleiche Chancen, zumindest in 'modernen' Unternehmen. Für die ewig gestrigen Konzerne, z.B. Banken, Automotive, wird es dann irgendwann keine Zukunft geben. Warum geben Sie den Frauen keine echte Chan ce? Wer über die Quote irgendeinen Posten bekommt, hat immer den Malus, dass viele denken, dieser Posten wäre nicht erarbeitet. Das gilt für Unternehmen wie auch für die Politik.

  • Wenn ich den Artikel lese..........
    Ich dachte Karneval ist vorbei.!!!!!! Sollte die HB-Redaktion dies ernst meinen, dann ist mein monatlicher Mitgliedsbeitrag einfach zu viel.
    Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, deshalb ein längeres Zitat:,
    Das Übel, das wir zu bekämpfen haben, heißt nicht Sünde, Leid, Gier, Pfaffen-und Königslist, Volksverhetzung, Alleinherrschaft, Unwissenheit, Trunksucht, Krieg, Pestilenz oder irgendeine andere Auswirkung der Armut, sondern
    nur die ARMUT selbst.
    George Bernard Shaw

  • HILFE!

  • Oh Mann, immer feste druff auf die Unternehmen. Mehr Steuern, mehr Strafen, mehr Regulierung, mehr Häme, bis die Wirtschaft endlich kapiert, dass Erfolg und Arbeitsplätze völlig überbewerte Kriterien sind. (Sarkasmus aus)

    Es tut gut zu wissen, dass diese SPD, die nichts mehr mit der SPD zu tun hat, die vor 20 Jahren, Deutschland reformiert hat, bald ihre Gedankenspiele in der Opposition ausleben muss.

  • Eine Intelligenzquote für PolitikerInnen wäre ebenso wünschenswert.

    Selbst sehr niedrig angesetzt sollte diese Quote dann erhebliche Leistungsverbesserung des dann zwangsläufig neuen politischen Personals erbringen.

  • Sehr geehrter Herr Andre Peter,
    ganz vielen Dank für Ihren Hinweis....
    Ich kann es immer weniger nachvollziehen, warum wir als Deutsche es immer wieder schaffen uns selbst kaputt zu machen...Warum nur? Was kann hier helfen?

    Vielleicht einfach mal mehr Dr. Daniel Ganser, Udo Ulfkotte, Willy Wimmer, Daniel Stelter, Tichys Einblick, Frank Schäffler sowie Professor Sinn lesen und den gesunden Menschenverstand einschalten??

    Aber leider hat jedes Volk die Regierung, die es gewählt hat!

  • Eine Quote für MüllmännInnen muss her. Es kann nicht sein, dass nur Männer den Dreck der Gesellschaft wegräumen! Mindestens 30% Frauen - wie im Aufsichtsrat!

    Meines Erachtens ist die Debatte eine Art Sexismus mit dem Ziel gut ausgebildete Männer durch weniger gut ausgebildete Frauen zu ersetzen.
    Es gibt sehr qualifizierte Frauen in allen möglichen Berufen. Leider erkenne ich in der Politik nur sehr wenige - da gibt es allerdings auch nur wenige qualifizierte Männer.
    Von Merkel, AKK, Leyen, Giffey halte ich nichts.

    Fazit: Die Frau sucht sich einen Beruf zur Selbstverwirklichung. Der Mann hat gefälligst das zu tun, was Frau ihm sagt - und die Klappe zu halten!
    Frauen dürfen doofe Genter Scherze machen - Männer nicht: Beispiel AKK.

    @Herr Jörg Thomas Rompf: Sobald eine gewisse Anzahl unangenehmer Kommentare vorhanden sind, wird der Artikel ersetzt oder die Kommentare werden gelöscht. So ist das beim Handelsblatt - und für Leser, die sich viele Kommentare zu gewissen Themen wünschen, wird das Handelsblatt immer weniger interessant.

  • Kurze Frage hab eich noch an die Redaktion: Heute morgen um 8 Uhr gab es bereits zwei sinnvolle Kommentare (zumindestens meiner Meinung nach), diese sind jetzt gelöscht! Warum? Ich erbitte mir eine Antwort.
    Besten Dank und viele Grüße

  • Sehr geehrte Damen und Herren,
    da stellt sich doch wirklich die Frage ob wir bei unseren PolitikerInnen noch von Elite sprechen können, oder ob wir es besser als StudienabrecherInnen oder LangzeitstudentenInnen mit null Praxiserfahrung bezeichnen sollen?