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Kommentar Unternehmen sind in der Pflicht, dass Menschenrechte eingehalten werden

Unternehmen müssen auch bei Zulieferern auf die Wahrung der Menschenrechte pochen. Neue Gesetze könnten ihnen dabei sogar helfen.
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Arbeiter tragen in einer Textilfabrik in Dhaka in Bangladesch Hosen - in diesem Fall für den lokalen Markt. Quelle: dpa
Textilverarbeitung in Bangladesch

Arbeiter tragen in einer Textilfabrik in Dhaka in Bangladesch Hosen - in diesem Fall für den lokalen Markt.

(Foto: dpa)

Berlin Zunächst die gute Nachricht: Bei der Verantwortung von Unternehmen für ihre Lieferkette hat sich bereits viel getan. Es ist lobenswert, dass die deutsche Wirtschaft in den vergangenen Jahren zahlreiche freiwillige Initiativen aufgelegt hat, um die Arbeitsbedingungen auch bei ihren Zulieferern im Ausland zu verbessern.

Doch es reicht noch lange nicht aus. Berichte von Menschenrechtsorganisationen belegen immer wieder unhaltbare Zustände bei Geschäftspartnern westlicher Unternehmen im Ausland. Kinder müssen für die Produktion von Handys in dunklen Minen schuften. Männer und Frauen werden zu Hungerlöhnen bis zur völligen Erschöpfung ausgebeutet. Ganze Familien werden gewaltsam für Bauprojekte aus ihren Häusern vertrieben. Was hierzulande undenkbar wäre, ist in anderen Ländern an der Tagesordnung. Das muss aufhören.

Zuallererst sind Unternehmen selbst in der Pflicht, dass Menschenrechte in ihrer Lieferkette eingehalten werden. Das ist schon in ihrem eigenen Interesse. Denn soziale Verantwortung ist zum Wettbewerbsvorteil geworden. Verbraucher geben inzwischen gern ein paar Cent mehr aus, wenn damit gewährleistet ist, dass sich dafür kein Kind die Finger wund nähen musste. Das zeigt auch der Erfolg des Fair-Trade-Siegels.

Umgekehrt verbreiten sich Berichte über menschenunwürdige Arbeitsbedingungen über soziale Medien rasend schnell; ein globaler Boykott ist innerhalb von Tagen organisiert. Mit fatalen Folgen für die Reputation der Unternehmen und sogar ganzer Branchen.

Doch die komplette Lieferkette zu überblicken ist eine Mammutaufgabe, die sehr viel Geld kostet. Große Unternehmen haben Hunderte verschiedene Zulieferer in allen Teilen der Welt, die wiederum mit Subunternehmen zusammenarbeiten. Und nicht immer zahlt sich das zusätzliche Engagement aus, wenn der Wettbewerber ohne Moral dem Kunden das billigere Produkt verkaufen kann.

Deshalb machen gesetzliche Regeln, wie sie das deutsche Entwicklungsministerium vorantreibt, in manchen Bereichen durchaus Sinn. Selbst einige Unternehmen wünschen sich Gesetze, die die Einhaltung von Menschenrechten regeln. Andere Länder wie Frankreich haben diese schon längst erlassen.

Dass dabei mit Augenmaß vorgegangen werden muss, liegt auf der Hand. Die umfassende Bestandsanalyse, die die Bundesregierung jetzt gemeinsam mit der Wirtschaft angeht, ist daher ein guter Schritt in die richtige Richtung. Statt sie nur als Gelegenheit zu betrachten, jegliche Regulierung pauschal abzuwehren, sollten Politik und Unternehmen die Analyse als Chance sehen, gemeinsam eine Lösung zu finden.

Mehr: Fragebogen an 1800 Unternehmen: Bundesregierung macht der Wirtschaft Druck bei Menschenrechten.

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